Portugal - Fahrt 1989

Im August des Jahres 1989 brach der Bezirk Südland mit mehreren Sippen zur Großfahrt nach Portugal auf. Wir flogen über Amsterdam nach Faro an der Algarve; dort trennten sich die Wege der Sippen. Die Cosuaneten waren mit drei Sippen dabei. Hier die Fahrtenchronik der Sippe Wolpertinger:
 

AUF GOLFPLÄTZEN UND FÄHREN 

15. August, Sandstrand in der Nähe von Lagos 

Tja, und da liegen wir nun... Und wenn sich der letzte Golfer verzupft hat, werden wir uns am Rande des Golfplatzes niederlassen. Hoffentlich röhren in der Nacht nicht so viele Züge vorbei... 

16. August 

Genau um 6 Uhr sind wir von der Sprinkleranlage am Golfplatz geweckt worden. Schnell packten wir unsere Sachen, damit es nicht nass werden konnte. Leider war es für einige zu spät. Simone, Katrin und Julia sind trotzdem davon gekommen. 

18. August 

Wir hatten das einzige Holzfeuer und zogen zahlreiche Gestalten an. Von ferne dröhnte noch länger der Punk, ab und zu streunten drei Hunde herum. Die BDPler (Annmerkung der Red.: BDP=Bund deutscher Pfadfinder; nicht unser Bund!) meinten, sie hätten in Lissabon bereits BdP (Anm. d. Red.: Hier ist unser Bund gemeint! Weitere Recherchen ergaben, daß die Fahrten Sippe von Noorberth Scheffer, Stamm Bären gemeint war!) gesehen. 
Die BDPler hatten 2 Fünfliterflaschen Fusel dabei und die leerten sie auch aus. Als das Feuer aus war (gewisse Meinungsverschiedenheiten BdP - BDP waren immer noch nicht ausgeräumt) 
verkrochen sich die meisten in die Schlafsäcke. Eigentlich sogar einer zuviel, nämlich ein holländischer Casanova, der "Romeo und Julia" in einer völlig neuen Bearbeitung vorführen wollte. Ich war von der Vorführung nicht entzückt und stellte ihn vor die Alternative "Abgang" oder "Vollwäsche". Hastig wurden Tasche und Schuhe zusammengesucht, und eine Minute vor Ablauf der Frist schaffte er es, sich zu verzupfen. 
So was wasserscheues aber auch. 

20. August 

Nach dem obligatorischen Müslifrühstück konnte uns nichts mehr davon abhalten, zum Wellenspringen ins Meer zu gehen. Als wir uns nach vielem Gekreisch an die Wassertemperatur gewöhnt hatten, hörten wir Trillerpfeifenpfiffe vom Strand. Dort stand ein 
untersetzter Mann und zeigte uns durch Armfuchteln, daß wir das Meer verlassen sollten. Er erklärte uns auf portugiesisch, daß man bei roter Fahne nicht baden darf. 
Nachdem das Mittagessen wegen ‘is nich’ ausgefallen war, übten wir am Nachmittag noch 
unseren Liedschatz und unsere Klampfenkünste. Zum Abendessen gab es Fisch mit Kartoffeln, die mehr nach Fisch schmeckten als der Fisch selbst. Obwohl Klaus all seine Kochkünste anwandte, traf das Essen nicht auf große Zustimmung. Danach spielten wir noch "Das Schwarze Auge". 
In dem Spiel "Der Strom des Todes" mußte unser Held eine Gruppe Schiffsreisende bewachen, von denen einer nach dem anderen ermordet wurde. Es war so spannend, daß am Schluß nur noch Doris, Simone und Klaus spielten, der Rest war schon weggepennt. 

25. August 

Wir fragten einen Portugiesen, wie wir nach Oeiras kommen könnten. Er erklärte uns, daß wir mit dem Taxi fahren sollten, da wegen "big fire" keine andere Verbindung möglich sei. Aber was ist "big fire"? Feuerwerk ? Oder sind alle Busfahrer gefeuert worden? 
Er erklärte uns, daß am Vormittag ein großer Teil der Altstadt niedergebrannt sei. 
In der Nacht kam uns die Flut bedrohlich nahe. Sie riß noch eine Kiste ins Meer, die, die wir eigentlich fürs Frühstück verwenden wollten, machte aber schließlich eineinhalb Meter vor unseren Schlafsäcken halt. Von dem tosenden Lärm der heran brandenden Fluten wachten einige auf, aber nickten kurz darauf wieder ein. 
  
 

Einen kurzen Bericht zum Abschlußlager in Lissabon gibt es auf der Seite Zeittafel II.