Das Sommerthing 2001

Berichte:

von Andi

von Tobi

Impressionen

Bericht von Andi

Freitag,29.Juni 2001:

Das diesjährige Sommerthing unseres Stammes fand in der Nähe von Wasserburg statt. Man kann es eigentlich kaum glauben, aber wir (Sippe Azteken) brauchten ganze 6,5 Stunden um von Obermenzing bis zum Lagerplatz zu gelangen. Nachdem wir eine S-Bahn zu spät genommen hatten, stellten wir in Grafing mit Entsetzen fest, dass an diesem Tag wohl kein Bus mehr fahren wird. Also durften wir eine Zeit lang auf die sogenannte "Bimmelbahn" nach Wasserburg warten. Als wir dort ankamen war es also schon dunkel und wir sahen während dem Jurtenaufbau so gut wie nichts. Dafür sahen uns die Mücken, die an diesem Wochenende unser ständiger Begleiter sein sollten.

Samstag,30 Juni 2001:

Nachdem sich alle geweigert hatten eine Morgenrunde zu machen, versuchte Michi N. mit seiner AG "Selbstverteidigung" wenigstens etwas Schwung in unseren faulen Haufen zu bringen. Außer der weniger erfolgreichen Verteidigung gegen die Mücken ,die selbst gegen Autan &Co immun waren, lernten wir wie man sich mit mehr oder weniger brutalen Methoden aus einem Schwitzkasten befreien kann.

Nachdem wir dann das Endprodukt der AG "Kochen" genießen durften, ging es nach einer längeren Mittagspause trotz der unerträglichen Hitze mit dem Nachmittagsprogramm weiter. Während sich die Wölflinge bei einer Wasserschlacht austobten gab uns Basti nähere Infos zum BuLa und erzählte uns ein paar recht lustige Geschichten was einem mit schlecht gepacktem Rucksack auf Fahrt so alles passieren kann.

Am Abend kamen wir dann gerade noch rechtzeitig vom Thing zum Lagerplatz zurück bevor der Sturm des Jahrtausends einsetzte. Im Kampf gegen die Natur gelang es uns zwar die Versammlungsjurte aufrecht zu halten, doch der Sturm forderte auch sein Opfer: Die Wölflingsjurte. Zum Glück ließ der Bauer die Wölflinge in der Scheune übernachten, was uns wahrscheinlich einiges an Gejammer ersparte. Der Rest des Stammes ließ sich trotz allem nicht von dem Sturm unterkriegen und veranstaltete einen gemütlichen Singeabend wozu Basti erst mal die 2 Liter Regenwasser aus seiner Gitarre schütten musste.

Sonntag,1.Juli 2001:

Weil wir viel später als geplant aufgestanden waren mussten wir das Lager in einer neuen Rekordzeit abbauen. Irgendwie haben wir es aber doch geschafft unseren Zug zu verpassen was bedeutete dass wir zum zweiten mal an diesem Wochenende am Bahnhof rumsaßen.

Alles in allem war es ein heißes, mückiges und trotzdem sehr lustiges Sommerthing.

© by Sippe Azteken 2001

Von Tobi

Samstag,30 Juni 2001:

Da Fabi und ich (Tobi) keine Zeit hatten am Freitag mit allen zu fahren, sind wir am nächsten Tag nachgekommen. Als wir ankamen, hatte sich Fabis Sippe schon abgesprochen ihren Sippenführer kräftig nass zu machen. Es folgte eine lange und sehr nasse Wasserschlacht. Bis sie eingesehen hatten, dass sie so nass waren, dass es nicht helfen würde sich weiter nass zu machen. Also haben sie die 10l Kanister, mit denen sie gekämpft hatten, niedergelegt und sind sich abtrocknen und umziehen gegangen. 

Nachdem Fabi wieder trocken war beschlossen wir uns, außer Reichweite von Wölflingen oder Sipplingen, in die Sonne zu legen. Leider gab es genug Leute in unserem Stamm die diesen Einfall sehr begrüßten und sich zu uns gesellten. Aus unserem entspannten Nachmittagsschlaf wurde also eine weniger ernste Diskussion über die Solardusche fürs Bula. Um so näher der Abend kam um so schlimmer wurde es mit den Mücken. Anfangs störten wir uns nicht daran, aber als es schlimmer wurde, versuchten wir ein schwierigeres Ziel darzustellen indem wir Frisbee spielten und uns sonst auch viel und schnell bewegten. Wir hatten zwei Frisbees die der Markus (Helfer) mitgebracht hatte. Das Frisbee Spiel bewegte sich nun mit Markus immer mehr in die Richtung sehr weit zu werfen. Bis wir dann irgendwann das Frisbee nicht mehr finden konnten. Wir suchten, holten auch noch die Wölflinge, konnten das Frisbee aber einfach nicht finden. Wir hatten es schon aufgegeben als dann irgendwann nach bestimmt mindestens einer halben Stunde der Markus einfach drüber stolperte. Nun konnte es weitergehen. 

Wir wurden dann netterweise zum Essen gerufen. Es gab totes Tier mit Bratkartoffeln. Danach konnten wir (Fabi und ich) uns in der Jurte einrichten. Nun wussten wir nicht mehr recht was zu tun, also versammelten wir uns in der Jurte. Wir schmissen Gras ins Feuer damit es so stark rauchte, dass die Mücken in der Jurte hoffentlich qualvoll verendeten. Da der Rauch uns auch zusetzte lagen wir alle auf dem Boden und wagten nur sehr kurze Blicke nach draußen. Dann kam dem Markus die rettende Idee, er verlangte vom David ein Deo, und baute einen Flammenwerfer, so konnte er nun, wenn er eine Seitenplane kurz leicht anhob viele Mücken auf einmal vernichten. Der Erfolg werte aber leider nicht sehr lange, denn das Deo war leer. Es kehrte wieder dieselbe ratlose wartende Stimmung wie vor der Offensive ein. Gerettet aus dieser Stimmung wurden wir vom Herbie, der mit dem Markus Mundt angekommen war. Das veranlasste uns ihn zu begrüßen und uns dann in die vorhandenen Autos zu verteilen. Wir machten also ein paar Witzchen mit der Lichthupe und dem Radio, sahen dann aber ein, dass es auch nichts half und gingen deswegen wieder zur Jurte. Am Himmel zogen bereits dunkle Gewitterwolken auf, und es roch nach Regen. Dann, unerwartet, auf einmal der erste Blitz, der dunkelblaue Nachthimmel wurde für eine verschwindend geringe Zeit Taghell, aber da war der nächste Blitz. Ein derartiges Wetterleuchten hatte noch keiner von uns gesehen. 

Es war nun Zeit sich um das Thing zu kümmern. Es war wichtig, da mehrere Leute ihr Halstuch verliehen bekommen sollten, darunter auch David, der das seinige verloren hatte, weil er in der Sippenstunde geraucht hatte. Da ich mir dachte ,dass es stark regnen würde, erklärte ich mich bereit bei denen zu bleiben die noch kein Halstuch hatten und auch keines verliehen bekommen würden. Man gab uns (Maxi und ich) die Anweisung das Dach auf die Jurte zu spannen. Und dann waren sie auch schon alle weg. Maxi und ich versuchten also erst einmal das Dach vorzubereiten und uns damit vertraut zu machen, da keiner von uns jemals so etwas getan hatte. Als erstes probierte ich es doch ich hatte keinen Erfolg. Um unsere Effektivität zu steigern und Maxis Größe damit auszugleichen stieg er auf eine Kiste innen direkt neben dem Feuer und versuchte mir die Benzel an die richtige Stelle nach außen zu werfen. Es war wirklich schlimm, drinnen röchelte sich Maxi beinahe seine Seele aus dem Leib, während ich draußen verzweifelt versuchte die mir zugeworfenen Benzel zu finden und dann zu ordnen. Als wir fast fertig waren begann es zu regnen, ein Regen der auf einen wesentlich stärkeren Regen hinzuweisen schien. 

Die Fackeln derer die zum Thing mitgegangen waren tauchten am anderen Ende der weiten dunkelgrünen Lichtung aus dem Wald auf. Sie schritten gleichmäßig und unaufhörlich auf uns zu. Sie waren nicht mehr weit entfernt, und der Regen wurde merklich stärker, doch wir waren mit dem Dach noch nicht ganz fertig. Nun durch diese Begebenheiten voll motiviert konnten wir das Dach fest auf der Jurte verankern, als ich gerade wieder in die Jurte gehen wollte um mich ein bisschen aufzuwärmen wurde es hell um mich herum, es blitzte und donnerte. Von dem Blitz geblendet erschrak ich leicht wegen der vom Thing ankommenden. Nun saßen wir wieder in der Jurte beim Singeabend, es wurde Tschai gekocht, und das Gewitter hinter unseren Rücken ignoriert. Die Wölflinge waren schon schlafen gegangen. Doch dann Riss ein kräftiger Windstoß plötzlich zwei Seitenplanen hoch, und kräftiger Regen schlug herein. Der Dreibaum fing an zu wackeln und man hörte wildes Flattern von draußen. Es waren sofort welche aufgesprungen, die den Dreibaum hielten und die die Seitenstangen und planen sicherten. Herbie und Markus Mundt waren aufgesprungen um die Wölflinge aus der anderen jetzt vielleicht Einsturz gefährdeten Jurte zu holen. Da ich am Eingang saß, konnte ich immer wieder bei einem Blitz erkennen was draußen vor sich ging. Ich brauchte kurz bis ich erkannte, dass die Jurte in die ich mein Zeug geräumt hatte, gerade dabei war umzufallen. Also gab ich meiner Sippe ein Zeichen und wir stürmten hinaus und holten unser Zeug. Danach versuchten wir (Fabi, David und ich) die restlichen Dinge aus der Jurte zu "evakuieren", Während alle anderen in der Jurte saßen und sangen, hielten Fabi und David die Jurte , Herbie suchte einen Schlafplatz und ich lief durch den Regen um die Sachen aus der einen Jurte in die andere zu bringen. Draußen regnete und gewitterte es unerlässlich. Es kam mir vor wie mehrere Stunden, ich bin mir aber nicht sicher, denn ich hatte nicht einmal die Zeit auf meine Uhr zu schauen. Nun gut, irgendwann konnten die beiden die Jurte nicht mehr halten und ich hatte alles Zeug in die andere Jurte geschafft. Deswegen einigten wir uns darauf die Jurte kontrolliert umfallen zu lassen, damit niemand durch Zufall verletzt werden könnte. Wir haben uns dann kurz in der Jurte aufgewärmt und sind dann in die Scheune zu unserem, vom Herbie organisierten, Schlafplatz gegangen. Wir haben alles nasse Zeug aus der Jurte in die Scheune getragen und es dann dort zum trocknen aufgehängt, da der ja eine Allergie auf Heu hatte, bat er mich kurz auf seine Wölflinge aufzupassen, was auf einem Heuboden im Prinzip so unmöglich war, wie die Nadel im Heu Haufen zu finden. Ich muss sagen es war sehr sehr anstrengend, den Wölflingen zu erklären, dass auch das heu nicht jeden Sprung aus jeder Höhe abfangen konnte, außerdem versteckten sie sich die ganze Zeit und belasteten mich mit Fragen wie "Wo ist mein Zeug?" oder "Ich muss aufs Klo, kann ich hier oben gehen?". Nach einer anstrengenden Stunde kam dann zum Glück der Michi vorbei, der mich ablöste. Ich bin dann zurück in die Jurte gegangen, wo die anderen gemütlich am warmen Feuer saßen, sangen und ihren Tschai tranken. Da wir alle schon ziemlich müde waren gingen wir nachdem wir wieder einigermaßen trocken waren in die Scheune zurück um zu schlafen. 

Sonntag,1.Juli 2001:

Am Morgen wurden wir dann ziemlich unsanft nach vielleicht höchstens 5 Stunden Schlaf von Maxis Wölflingen geweckt, nur leider war Maxi nicht da, er hatte wegen seinem Heuschnupfen in der warmen Jurte geschlafen. Ich bin also aufgestanden und habe meine Sachen inspiziert währenddessen entdeckte der David, dass sein Handy kaputt war und, dass die Wölflinge seine Schuhe mit Stroh ausgestopft hatten. Nachdem wir uns wieder angezogen hatten, haben wir unser Zeug gepackt und sind zur Jurte gelaufen, wo gerade die ersten aufwachten. Nach einem Frühstück haben wir dann die verbliebenen Zelte abgebaut, und haben den Lagerplatz aufgeräumt. Nachdem wir wirklich fertig waren sind wir zum Bahnhof gelaufen wo uns bewusst wurde, dass wir zwei Stunden warten mussten. Die Sippe Tolteken ist dann geschlossen einen trinken gegangen. Als wir wieder zurückkamen sind wir leider in einen heftigen Straßenkrieg gekommen, Maxis Meute bewarf uns mit stacheligen Kastanien. Diese Schlacht dauerte eine weitere halbe Stunde, bis wir endlich in den Schienenbus einsteigen konnten der uns nach Hause bringen sollte. Nach weiterem umsteigen saßen wir dann endlich in der S5. Bei Trudering ausgestiegen und losgegangen, wir sind durch Trudering hindurch gegangen während wir von verwundeten und belustigten Blicken gemustert wurden. Wir kamen dann so ca. um 14:30 völlig erschöpft zuhause an.

Tobi

Impressionen: