KRABAT-FAHRT vom 9. bis zum 23. August 2002

 

Großfahrt der Sippe Kree und Anhang:

Gutfahrt / Gutpfad

Ey, endlich wieder auf Fahrt! Fast jedenfalls. Erst mal den Maxi vom Wölflingslager abholen.2 Tage lang. Wir sind mit der S4 nach Geltendorf gefahren, weil das Lager ja schließlich in Windach stattfand. Und natürlich – wie sollte es auch anders sein- haben wir krasse Dorfjugendgangsta ertragen müssen. Die waren nicht mal lustig, sondern einfach nur hässlich. Dann haben wir noch die leere S-Bahn gerockt und schwups waren wir schon da. Und schon gab’s den ersten Stress, denn die Mädels, unsere Supervorbildmotivationspfadfinder, wollten die 4 km bis nach Windach LAUFEN !!!

Wir haben dann natürlich den Bus genommen. Der Busfahrer war sehr cool. Der hat extra für uns 12 Minuten lang den günstigsten Tarif rausgesucht.(Eigentlich stand er nur vor der Wahl zwischen Streifenkarte und Einzelticket.) Dann hat er 8 DM von uns verlangt und wir haben uns schon gefreut, aber er hat uns doch 8 Euro abgeknöpft. Wir haben dann sogar alleine den Lagerplatz gefunden, der sich neben einem Friedhof befand.

Zum ersten mal haben wir auch die 1,70m-Kohten-Aufbautechnik versucht. Hat geklappt. Pünktlich als der Regen angefangen hat waren wir fertig.

Wie es nicht zu vermeiden war gingen die Mädels in den eiskalten Bach zum Baden. Die kamen also nass wieder. Zwischen Abendessen (Spaghetti "Carbonara") und Kuchen sind ein paar Kloppis auf die Idee gekommen "Cowkikking" zu spielen. Obwohl die Kühe noch nicht einmal geschlafen haben. Solche Hirnis. Um das zu toppen haben sie sich alle an den Händen gefasst und an den Elektrozaun gelangt. Wem’s gefällt. Der Herbie hat übrigens abgespült! Nach einer "Nachtwanderung" um die Kuhweide versuchte man sich an einem Singeabend. Der allerdings, als es nach 30 Minuten schon "Banner" gab, eh schon zum sterben verurteilt war. Die Jojo ist übrigens über eine Säge gestolpert, hat ihre Hose verdreckt und ihre Tasse verloren. Nicht schlecht eigentlich. Ich denke nicht, dass heute noch irgendwas in Flammen aufgeht, gehe ich bald jetzt bald ins Bett. Nacht. F

Der Fabi kam grad vom Waschen am Friedhof zurück: Seine Zahnbürste ist in den Leichenwaschtrog gefallen !!

Ja ja , gestern abend ist aus Fabi’s " Ich geh jetzt bald ins Bett" doch nicht so schnell was geworden. Recht "gmiatlich" war’s in der Jurte. Bis es anfing zu regnen. Na ja, bald war’s ein ausgewachsener Wassersturz vom Himmel. Kleine Bäche auf dem provisorisch geflickten Jurtenplatz.5 cm Wasser auf der Kompletten Wiese. Unsere Kohte war- was ein Wunder- halbwegs trocken innen. Bis auf die kleinen Bäche , die durchflossen. Aber alles halb so schlimm. Dann mussten wir noch Fabi’s Halstuchknoten im matsch suchen und stellten fest, dass die Jurte mitten in einem kleinen "See" stand. Als wir schlafen wollten stellte ich begeistert fest, dass meine Füße im Schlamm schlafen müssen(gut, dass es Plastiktüten gibt). Außerdem wären meine haare fast noch in Flammen aufgegangen, beim Gutenachtgeschichten aus der Chronik vorlesen.

Heute Morgen wollten wir eigentlich den Frühsport schwänzen. Aber als zehn Wölflinge fast unsre Kohte einrannten um uns zu wecken, erbarmten sich Franzi und ich.(Fabi und Tobi blieben liegen- jetzt müssen sie abspülen - hähähä!)

Also sind wir alle wild spackend im kreis gehüpft. Juhuuu! und Franzi und ich sind schon nach nicht mal einem tag so saudreckig! Ich freu mich schon auf die nächsten zwei Wochen! =)

Dann noch Waschen und Zähne putzen und dann gab’s- endlich- Frühstück!

Jetzt flacken wir in der Wiese und singen- und da die Sonne grad ein bisschen scheint, kann man’s fast nicht glauben, dass vor ein paar Stunden hier alles unter Wasser stand. Die Wölfis ärgern grad Kühe. Bin mal gespannt, wie lange die geduld der Kühe noch hält! J

Tobi und ich waren heute morgen die einzigen Morgenrunden-Rebellen und haben es diesen Morgensportfreaks gezeigt. Jetzt müssen wir halt Märtyrer- Abspülen machen.

Es ist übrigens gerade gemütlich geworden, da fing die Franzi an zu sabbern und zuckend auf dem Boden zu liegen (oder so).Nun ja, sie hat eben ihren Allergieausschlag schon bekommen; noch bevor die Fahrt eigentlich angefangen hat. Immerhin konnten wir so noch ein paar zusätzliche Drogen für sie ordern.

-Anmerkung. Gestern hat’s außerdem richtig cool geblitzt! Das hat mich davon abgehalten an den E-Zaun zu pinkeln. Glück gehabt!-

Die Franzi schaut inzwischen aus wie ein Blutunterlaufener Zombie. F

Juhu! Meine Nesselsucht ist innerhalb weniger Stunden vollständig zurückgegangen. Das will ich aber auch hoffen, wenn ich Medikamente, die man normalerweise tropfenweise nimmt, halb austrinke. Jedenfalls hab ich viel mitleid bekommen. ("Oh jetzt sieht das noch ekliger aus!")

Im Moment sitz ich grad hier und hab wie alle anderen nix zu tun. Aber die anderen wollen’s nicht zugeben und versuchen es durch Volleyball spielen, Fladenbrot backen und Staudämme bauen zu überspielen!

Toll, jetzt kommt endlich leben ins Lager, Weil’s wieder anfängt zu regnen und hektisch irgendwelche jurtenplanen nachgespannt werden Müssen. Oh mein Gott! Es ist ja erst 10 vor 5! Wie soll man denn sooo viel freie zeit verkraften !O)

Ja und dann regenet es zur Abwechslung mal wieder- es wurde ein Freudentanz aufgeführt- zumindest fast! Ein grossteil der Pfadis beschäftigte sich mit Henna-tatoos und damit sie vor verwischen und Regen zu schützen. Die Franzi und Ich beschlossen- um unsere beginnende Langeweile zu unterbinden, zu Gunsten des "Bunten Abends" kreativ zu werden. Und wie waren wir kreativ- aber leider umsonst- doch dazu später. Der Fabi war zu der zeit grad mit ein Paar anderen beim Feuerholz holen. Der war uns dann – glaub ich – ein bisschen beleidigt, weil wir ohne ihn gedichtet haben. Jetzt so im nachhinein kann ich’s verstehen. Wir hätten vielleicht doch einfach warten sollen.(Franzi ist gerade ruhig!!!!)

Als endlich eine Regenpause kam machten wir lustiges" Dumm-ums-Feuer-stehe-und-reinglotzen". dann ging’s ans Essen vorbereiten und Jurte von den von gestern übriggebliebenen Schlammschäden zu sanieren. Schon beim Grillen fing es wieder zu regnen an und als wir alle in der Jurte saßen und die ersten was zu Essen hatten fing’s an dermaßen zu schütten, dass bald alles unter Wasser stand. Überall Menschen im Regen. Wassermassen, schwimmende Isomatten, Essen im Stehen, unter wasser stehende Kohten, knöcheltiefer Schlamm...

Schön!!! Da die Jurte mitten in ner Senke stand, die sich langsam ,aber sicher in einen See verwandelte, zogen wir alle in die Küchenjurte um. Da war’s zwar nicht trocken aber auf dem Boden sitzen war noch möglich- ohne Gefahr zu laufen, wegzuschwimmen. Und dann wurde gesungen und grad lustig war’s.

Aber irgendwann war dann Schluss und ab gings in die Kohte - immerhin mussten wir früh wieder raus. (Mein Schlafsack war übrigens nass - hab nicht geschlafen-toll!) Aber so hab ich wenigstens den Wecker gehört. War dann doch noch recht stressig die S-Bahn zu kriegen- aber wir haben’s geschafft - zwar knapp, aber immerhin!

Uhuuu! Sonntag morgen um 6:45 h in der S-Bahn. Aber es sind doch schon ganz schön viele Menschen unterwegs. Am Hbf packte uns ein bisschen das Fernweh und wir überlegten ob wir nicht spontan nach Paris fahren. Ham wir aber doch nicht gemacht. Dann gabs Frühstück, dank würgender Partygirls doch kein Klogehen auf dem Burger-King-Klo und lustige Menschen, die uns verarschen wollten.

Der Philipp hat übrigens den Zug verpasst! Er versucht uns in Regensburg wieder einzuholen. Mal schaun. J

Meine - also Franzi’s Laune hat sich grade um 300%, weil es saucool ist, dass einzige Zugklo 10 Minuten zu belegen, um sich "morgenzutoilettieren! Fein!

Ich schreib jetzt meinen ersten Großfahrt-Eintrag: Denn ich hab den Zug in Regensburg noch erreicht und hab damit das überleben der anderen gerettet, da ich das Essen von Heute dabeihab. Das Verpassen vom Zug ist eigentlich auch voll langweilig gewesen: Wir sind fast zu spät losgefahren , dann noch mal zurückgefahren und waren dann ganz zu spät- dann sind wir in 1h nach Regensburg gefahren und ham da sogar wieder auf den Zug gewartet.

So, inzwischen ist die Zugfahrt richtig lustig. Hoerby und Basti haben aufgehört über Computer zu reden, wir stopfen Brotbelag ohne Brot, Äpfel und Doppelkekse in uns rein und maxi und Hoerby liefern ein kleines Showprogramm indem sie sich gegenseitig Zettel ins Gesicht kleben. Eigentlich wollten wir ja am Hbf noch Brot Kaufen , haben’s aber vergessen. Der Schuldige wird am besten ausgelost! Naja, Leberwurst-Apfel soll ja toll schmecken.

Die Franzi versucht grade krampfhaft die Lärmbarrikade des Mittelgangs kommunikativ zu überschreien. Außerdem waren wir in Oberkotzau...

...und in Frankenstein und in Öderlan und in Flöha! Außerdem gab’s da noch ein Schild mit Ortsnamen aber ohne Ort und Bahnhof; nicht mal ein Papiereimer ; d.h. der Zug hat nicht gehalten. Wollte ich nur mal loswerden. In Tswigau haben wir dann "nach den Gleisen" unser Brot bekommen. Wir haben uns dann im Zeitschriftenladen so über die Postkarten einer arschhässlichen Stadt gefreut, dass wir unseren Anschlusszug verpasst haben. Als es weiterging haben wir uns trostlose Bahnhöfe von "oben herab" angeschaut. Einer war noch aus ECHTEM Holz! Wir schätzen auf Baujahr 1932.Hoyerswerda schaut auf der Karte sehr klein aus. Der Philipp meint, dass Hoyerswerda noch vor Chemnitz, wo wir übrigens auch vorbeigekommen sind, die hässlichste Stadt Sachsens ist.

-"Hey Hoerby, warum hast du ein Asylantenheim angezündet?"

-"Ist schon gut, maxi!"

Jetzt warten wir in Dresden auf nen zug. Ich werde Mir Gleich mal’n Eis kaufen gehen. F

So, jetzt sitzen wir- na ja, bis jetzt nur die Jojo und ich- im IRE nach Hoyerswerda. Wir waren vorhin kurz um den Bhf spazieren und haben aus so ner Wiese zwei Blumen gepflückt und in die Haare gesteckt und jetzt beschimpfen uns die Jungs als Diebe und Wir sie als konsumgeil! Ne, stimmt ja, ich hab ganz vergessen, dass Litschisaft- Coctails und Erdnuss-Sesam-Riegel für Pfadis absolut überlebenswichtig sind!

Wenn alles gut geht sind wir in 1 ½ h in Hoyerswerda. Dann haben wir für unsere Strecke grade mal 11 ½ Stunden gebraucht. Das ist zwar nicht der Geschwindigkeits- aber sicher der Preisrekord !O)

Dresden Downtown ist übrigens eine Riesen Sandwüste.

Ich fang jetzt mal eine "Ich-finde-Sachsen-komisch-weil-..."-Liste an:

1....alle Frauen über 40 Dauerwelle tragen.

2....man seltsam spricht.

3....die Orte blöde Namen haben.

4....blöde Betonbunker überall rumstehen. Jojo: "Wahnsinn ist das alles kaputt hier!"

Russische Zeichentrickserien machen übrigens auch ohne Ton keinen Sinn. (Abrissbirne/Hose)

Wir sind gerade am Elbsee und der Fabi steckt der Franzi Kaugummipapier in die Nase. Außerdem beobachten wir nebenbei, wie immer wieder Menschen aufs kaputte Klo neben uns gehen und immer wieder aufs neue feststellen, dass es "defekt" ist: UFF! UAAA! PFUIDEIBL!!!

Eine Frau stand 10 Minuten da und hat gewartet, dass das Klo frei wird, dabei war’s die ganze Zeit frei.

Juhuuu! Die Franzi hat wieder einen Anfall!!! Kann man das wieder abstellen?! Der maxi ist kurz vor dem Selbstmord.

5....weil das Land einen schlechten Einfluss auf die Franzi ausübt.

Der Fabi versucht gerade Kontakt zu ihrer Wahren Person aufzunehmen. Funktioniert aber sehr begrenzt!

Es besteht akuter Verdacht der Infiltration extraterrestrischen Lebens. (deneutralisier)

-Jojo: "Oh, die Chronik ist aber nicht mehr so aktuell !"-

Da hat sie Recht und deswegen hier mal der Reihe nach, was nach meinem Anfall noch so Passiert ist- und das ist ne Menge!

Als wir nach 11 ½ Stunden Bruttofahrzeit um 19:08 h in Hoyerswerda ankamen, waren wir erst mal ziemlich Baff! Das ist echt so trostlos, wie man sich’s vorstellt. Verfallene Häuser, kaputte Lagerhallen und weit und breit nix los.

Philipp wurde dann mal zum Karten-Arsch ernannt, beriet sich kurz mit dem Chief und sie trafen die Entscheidung erst mal ne halbe Stunde quer durch die Stadt zu laufen. Dass das für den A.... war stellte sich leider erst später heraus. An irgendeiner Kreuzung zogen Fabi und ich dann los, um ne Tankstelle ausfindig zu machen! Eine ziemlich lustige, aber wohl nicht autofahrende Oma zeigte uns den Weg. -> Schon wieder ne gute Viertelstunde umsonst gelatscht. Die Tanke hatte längst zu und die Geizhälse hatten sogar das Wasser abgedreht. Kurz fluchen und zurück zu den anderen!

Vom Ampel-Piepsen genervte und auch leicht enttäuschte Gesichter erwarteten uns...

...Aber da, wie aus dem Nichts taucht unsere Rettung auf! Ein Pfadfinder- na ja, vielleicht auch ein als Pfadi verkleideter Engel- quert die Straße und spricht uns an. Nach einem kurzen Plausch bietet er sich als Lotse zur Tankstelle und somit praktischerweise auch gleich zur benötigten B96 an. Mit ihm als Reiseführer geht es nun zurück durch Hoyerswerda...

Wir sehen das Lessinghaus, die "lange Straße, die Alte Poliklinik und erfahren nebenbei, dass "-werda" "Insel im Sumpf" bedeutet.

Mit Sprit und Wasser betankt trennen wir uns an der Tankstelle von ihm. Es ist etwa halb neun und schon ziemlich dunkel, was keinen besonders freut. Also die Bundesstraße entlang auf der Suche nach einem Wäldchen und der Möglichkeit zum diskreten Verschwinden. Trotz meiner ausführlichen Präsentation, was für ein lautes Organ ich doch habe (beeindruckt aber keinen ;O) gelingt uns dies schließlich wie durch ein Wunder. Nach kurzer Suche ist ein "gemütliches" Plätzchen in Baumnähe und weitab der Straße gefunden und wir machen es uns nach "Kalte-Platte-Art" um den Kocher bequem. Im Topf blubbern die Spaghetti und wir bereiten uns mit Poncho, Iso-Matten und Mückenspray auf die Nacht vor...

(...doch das Böse schläft nie!)

Pappsatt ("sag’s nicht weiter aber wir haben Tomatensoße") schlafen wir irgendwann glücklich unter den Sternen ein. Vielleicht hätte es uns stutzig machen sollen, dass zwischen ihnen und uns so eine dicke und ziemlich dunkelgraue Wolkendecke lag!

Was alle im Stillen gefürchtet hatten, wurde schließlich gegen 4:00 h zur grausamen Realität! Es begann zu regnen und zwar nicht zu knapp! Wasser im Poncho, Wasser im Schlafsack, Wasser im Rucksack...

20 Minuten später vernahmen wir mit Entsetzen und Erleichterung das Kommando :"Raus aus den Schlafsäcken und zusammenpacken!"

In aller Eile flüchteten wir also mit Mann und Maus unter ein paar große Eichen einige hundert Meter weiter weg. In einem erträglichen -aber keinesfalls trockenen- Rahmen wurde nun umgepackt, ausgebeutelt, abgespült und schließlich zur Stärkung Cappuccino gekocht. Einen riesen Schokoriegel hinterher und schon kehrten die Lebensgeister langsam zurück. Irgendwann begann es so stark durch die Blätter zu tropfen, dass wir gegen 5:20 h beschlossen (wurden) weiterzulaufen. Lieber klatschnass gehen als genauso stehen. Langsam ließ der Regen nach, es wurde immer heller und wir trällerten- furchtbar falsch, aber aus vollem Hals- ein paar fröhliche Lieder und die Laune stieg und stieg!

Noch vor 8:00 h erreichten wir Schwarzkollm, oder besser: sein "Gewerbegebiet". Hunger und Durst standen uns förmlich ins Gesicht geschrieben, als wir die dortige Bäckerei stürmten und Kaffee, heißes Tee-Wasser, Croissants und Pizzabrötchen in Massen orderten. Da aber nach wie vor alles an uns nass und kalt war hob dieses zweite Frühstück die Motivation nur sehr gering und kurzfristig.

Nur ich war nach meinem zweiten Kaffee superwach und- zum Entsetzen der anderen- äußerst redefreudig! Nach ein paar Erkundungsgängen und einer lustigen "Klo-Aktion" der Zurückgelassenen wurde von der Führung der Vorschlag gemacht, zurück nach Hoyerswerda zu fahren und den Tag im dortigen Schwimmbad bzw. der Sauna zu verbringen und anschließend den Weg in Schwarzkollm fortzusetzen.

Unter Freudengeheul wurde angenommen und schon saßen wir , immer noch nass und frierend aber mit Hoffnung auf Wärme im Herzen, im Zug. Der restliche Weg zum Schwimmbad und somit auch zu wärme und Sauberkeit war nur noch eine kurze Busfahrt- Kinderspiel!

Und da sahen wir es wie ein helles Strahlen in der Dunkelheit vor uns aufleuchten: DAS LAUSITZ-BAD!

Das klitzekleine Bedenken, dass in Jojo’s und meinem Kopf gesprossen war, dass man uns so wie wir aussahen (matschig, dreckig, klatschnass, müde) vielleicht gar nicht reinlassen würde wurden schon beim betreten des Bades getilgt. Das gesamte Personal war so freundlich, dass es uns nicht nur einen – für unsere Gruppenkonstellation doch recht merkwürdigen- Familienpreis machte, sondern uns auch noch einen eigenen Raum gab, in dem wir unsere Sachen zum trocknen ausbreiten konnten. Also ging’s erst mal in Badehose und Bikini, aber mit Rucksack auf dem Rücken und versifften Wanderstiefeln in der Hand an lustig schauenden Kindern vorbei. In der Sauna-Landschaft angekommen stellten wir fest, dass im Eintrittspreis anscheinend noch ganz andere Serviceleistungen einbegriffen waren. Kurzerhand wurde eine der beiden Saunas gesperrt und unsere Schlafsäcke darin zum trocknen ausgebreitet. Der letzte Rest Feuchtigkeit wurde ihnen im Trockner entzogen, während wir und mal kalt, mal warm, mal heiß vergnügten und versuchten so viel Wärme und Sauberkeit zu tanken, dass es für die nächsten paar tage vorhält. Kurzes warten auf die restlichen Schlafsäcke und Handtücher und dann ab in frische Wäsche und zum Einpacken der inzwischen mehr oder weniger trockenen Sachen. Nicht mal die überzogenen zwei Stunden wollten die uns nachzahlen lassen. Also noch eben zusammengekehrt und dann ab in Richtung GLOBUS und somit zu Speis und Trank. Saunen macht irre hungrig!

Inzwischen kenne wir uns in Hoyerswerda-City richtig gut aus. Vor dem riesen Supermarkt Globus werden mit gewaltigem Apetit die Reste der Zugfahrt-Brotzeit vertilgt. Satt und zufrieden macht sich das muntere Trüppchen nun auf um Abendessen und frühstück für morgen zu organisieren. Ich bleibe auf einer Rattan-Sitzgarnitur zurück, bewache die Rucksäcke und es entsteht ein großer Teil dieses Chronik-Eintrags.

- Die anderen haben tolles Essen (Gnocci mit Gorgonzolasauce, Erdbeeren mit Schlagsahne) gekauft und grüne Kotze mit Vanillesauce entdeckt. -

Da der Bus hinter der Kurve gewartet hat bis wir die Geduld verloren ging’s dann zu Fuß in Richtung Bhf. Ich glaub die Strecke finden wir inzwischen im Schlaf. Franzi

Eigentlich wollten wir mit dem Blink 182er Bus zum bahnhof fahren, aber das Böse in Form des hassenswerten Busses 159 erwischte uns wieder. Die ---- hat bestimmt gewartet, bis wir nicht mehr gewartet habe um hdann hässlich grinsend an uns vorbeizufahren.

Die Jojo hat grad der Franzi ordentlich eine mitgegeben; wir sahen nur noch Zähne fliegen! Die Ärzte kämpfen noch um ihr Leben-

Nee, war nur ein Witz. Die spielen bloß stupide Schlagsimulationsklatschspiele.

-Jojo: "Maaaaamiiiieeeee! Äääh! Iiiih! Öööh! Iiich wiiiiill naaaaach Haaauuusäääää!!! Äääh!"

-Franzi: "Da is’n Viech! Da! Da! Da!"

Wir ham den ganzen Bus für uns allein (Jojo meint wir machen ne Kaffee-Fahrt )daher sind solche Zitate auch möglich.

-Basti: "Philipp, wenn du noch 30 cm nach rechts gehst stehst du mitten auf der Straße!"

Außerdem hat Philipp wieder seine Einstein-Frisur.

Wir sind also mit dem Bus bis nach Schwarzkollm gefahren. Dort war der weg Richtung Koselbruch gar nicht so schwer zu finden. Flankiert von Straßenschildern wie "Krabatweg", "Koselbruch" und "Krabatrundweg" fanden wir den Weg problemlos. Im Koselbruch holten Franzi, Philipp und ich Wasser bei einem alten Ehepaar, denen wir beinahe erzählt hätten, dass wir nur mit Wasser und mit Luft und Liebe, aber ohne Gepäck wandern! - Was fragen die auch so blöd!

Na ja, dann ging’s tief in den Wald und in 2-er-gruppen liefen wir los, einen Lagerplatz zu finden. Als wir zurückkamen hatten wir drei potentielle Lagerplätze und der Förster hatte uns bereits gesehen. Wir entschieden uns für Basti und meinen platz 8er war am weitesten vom Förster weg.