Pfingstlager 2002   18. - 23. Mai

Bericht von Sascha:

Chronik Sippe Templer

Füssen, Neuschwanstein/ Michi, Hölzl und Tobi

Um 9:45 stand ich (Tobi) wie vereinbart am Truderinger S-Bahnhof.

Problem: Niemand anderes war da! Auf eigene Faust versuchte ich zum Münchner Hauptbahnhof zu kommen. Da ich 30 Minuten zu spät war, musste ich in 3 Minuten von der S-Bahn aus zum Zug gelangen.
Wunder wie, aber ich habe es geschafft. Nach 2 Stunden Zugfahrt nach Füssen, mussten wir noch 10 Minuten Busfahren, bis wir dann endlich am Lagerplatz ankamen (Kurt Löwenstein). Als wir ankamen wollten wir unser Zelt aufbauen, sahen aber dann, das wir zwei große und zwei kleinere Kotenplanen (Zeltplanen) hatten. Das heißt: wir mussten auf Herbie warten, der das Material mit dem Auto brachte.
Da er aber auch keine Kote dabei hatte, bauten sie uns ein liegendes Zelt. Dann gab es essen: 1 paar Wiener für jeden und ein bisschen "Kartoffelpampe." Herbie hat gleich so einen Hals bekommen und ist zum McDonalds gefahren, wo er 10 riesige Packungen Pommes- Frites und 40 Chicken MC Nuggets holte, die wir glücklich verspeisten.
Nacht war nass, kalt, laut und nebelig. Nun ist das Wetter regnerisch und das größte Problem ist: Keine Sonne.
Niemand hat im Moment wirklich Lust Zelte aufzustellen. So, nun ist es beinahe 18:00 Uhr und es wird bald Abendessen geben. Der Tag war anstrengend, da uns der Küchenheini schimpfte weil Klaus es schaffte eine blaue Plastikkiste am Feuer zu schmelzen. Für Kyra gab es keinen Kaffe und von allem sonst auch nur eine Limitierte Auflage.
Bis zum Mittagessen haben wir das Megaset aufgebaut und den Bussarden zugesehen, wie sie ihre Jurte versucht haben aufzustellen da sie zusammengefallen ist. Unser Motto war: Nach ihnen anfangen, vor ihnen fertig sein. Zum Mittag gab es Spagetti mit Fleischölsauce, sogar genug. Aber wie immer hatte es einen Haken und zwar: es gab keinen Parmesan dazu und die ausrede war das er zu teuer sei. Am Nachmittag begann dann die erste AG mit dem Brotbacken, was bedeutet ewig Teig kneten und Feuerholz für den Ofen machen. Außerdem habe ich von dem Lagerspielgeld 228 Gold-Dollar verdient und bin deswegen stehend KO.
Heute haben wir in Herbies Kote übernachtet und haben den Tobi geschimpft weil er so viel Platz wie vier Personen benötigte. Da Michi seine beschissene Knöpfart zeigte war mein Schlafsack am Morgen klitschnass. Aber es kam noch schlimmer, da der Boden durch die Nässe klitschig wurde, rutschte ich alle fünf Minuten aus dem Zelt!!!
Als jeder pinkeln musste, kamen wir doch noch aus dem Zelt. Michi ging zwar in Boxershort aber es war ihm egal ob die Mädchen anderer Stämme schauten oder nicht. Nach langem zögern schaffte es Herbie doch noch aus der Kote zum Frühstückskreis. Nach dem Mittagessen (Die Zeit vergeht) machten wir eine Affenrolle für Tobis neuen Rucksack (Affen) und räumten anschließend das Zelt um da Tobi genau so wie Herbie und Basti den Lagerplatz vorzeitig verließen um zu arbeiten und um wegzufahren. Dann war faulenzen angesagt (als alle wegwaren) und ich ruhte mich auf den Gold-Dollars vom letzten Tag aus. Soeben habe ich erfahren das Christian hinter unser Zelt pisste und fragte was er da mache, antwortete er, ich pisse hinter die umliegenden Zelte.
Der Tag begann ziemlich anstrengend, da ich in der Küche Geld verdienen wollte, wurde ich um 7:00 Uhr geweckt. Nach dem Frühstück war ein Stadtspiel in Füssen organisiert und danach die Ergebnisse gesagt. Danach gingen wir zur Sommerrodelbahn am Tegelberg, das war total lustig, da Ricardo meinte er rodelt sehr schnell fuhr aber dann wie eine 90 Jahre alte Oma im Rollstuhl mit Krücken. Als wir am Lagerplatz ankamen machten Hölzl und ich Holz, bis wir Schwielen an den Händen hatten. Danach gingen wir eine Stunde aufs Klo da wir uns im Restaurant den Bauch vollgeschlagen haben. Das Beste an der Geschichte war, das wir von den Bussarden bedient wurden, sodass wir jeden Tag reingingen.

Bericht von Sascha:

Am Samstag trafen wir uns um 9:45 in Trudering am Bahnhof. Wir nahmen eine S-Bahn früher als geplant, weil schon alle da waren. Das stellte sich kurze Zeit später als großes Glück heraus, denn die S-Bahn blieb am Ostbahnhof 30 min lang stehen! So erreichten wir gerade noch rechtzeitig den Treffpunkt am Hauptbahnhof. Zusammen mit den Bären und Bussarden stiegen wir in den Zug Richtung Füssen. In Kaufering stießen dann noch die Lechvagabunden zu uns. Von Füssen aus wurden wir sehr bequem mit dem Bus direkt zum Lagerplatz gebracht.

Nach einer gemeinsamen Brotzeit fingen wir an, die Zelte auf zu bauen, während sich die Wölflinge bei einer kleinen Wasserschlacht verausgabten. Aber das schöne Wetter hielt nicht lange an, denn noch bevor alle Zelte richtig standen begann es zu regnen. Wir verkrochen uns in unsere Zelte, jeder Stamm für sich, und nahmen unser Abendessen ein.

Als der Sturm sich gelegt hatte und wir im Abendlicht die Zelte zählten fiel uns auf, dass eines fehlte: Die Ovaljurte der Bussarde hatte dem Regen nicht standgehalten! (Gut, dass wir uns entschieden hatten, unsere Theaterjurte erst am nächsten Tag aufzubauen)...

In der Nacht hatte der Regen aufgehört, aber es blieb kühl und neblig. Nach dem Frühstück bauten wir die restlichen Zelte auf, und die Meuten spielten Kennenlernspiele.

Mittags, als alles fertig war, kam es zur lange und mit Spannung erwarteten Eröffnung des Spiels: Wir versetzten uns in eine ferne Zukunft, die weltweite Zivilisation war zerstört, nur wir Pfadfinder hatten überleben können und bauten unsere eigene Gesellschaftsordnung auf. In verschiedenen Workshops konnte man tagsüber Geld verdienen. Da gab es eine Werkstatt, wo man Kerzenziehen oder Kupferschmieden konnte, in einer anderen Jurte konnte man selbst Brot backen, Käse und Schoko-Crossies herstellen. Abends konnte man sein verdientes Spielgeld im Restaurant ausgeben, oder im Casino sein Glück versuchen.

An diesem Abend aßen wir alle zusammen in der großen Theaterjurte, bevor wir ins Restaurant oder ins Casino gingen. Zweimal hintereinander zu Abend zu essen war für uns alle ungewohnt, aber im Laufe des Lagers gewöhnten sich unsere Mägen daran (irgendwie musste man ja sein Geld ausgeben!).

Nachdem um 22:00 Uhr Restaurant und Casino geschlossen hatten, ließen wir den Tag bei einem gemeinsamen Singeabend ausklingen.

Am Montag wurde in allen Workshops nochmal fleissig gearbeitet. Die selbstgemachten Leckerbissen verkauften sich tatsächlich wie warme Semmeln, und Kunden wie Verkäufer konnten das System von Angebot und Nachfrage am eigenen Leib erfahren.

In der Mittagspause stellten wir fest, dass der Stausee hinter unserem Lagerplatz nur noch eine armselig Pfütze war: Weil der Regen aufgehört hatte war alles Wasser ausgelaufen! Aber wir fanden bald eine Lösung: wir verstopften die Abflusslöcher im Staudamm und bis zum Abend war der Pegel wieder um 1,50m gestiegen!

Nach den Abendessen und ausgiebigem Geld verspielen im Casino gingen wir bald ins Bett.

Viel zu früh wurden wir wieder geweckt, denn heute stand ein Ausflug nach Füssen auf dem Programm. Wir packten uns Brotzeit und Getränke ein und gingen zur Bushaltestelle, die wir pünktlich erreichten, obwohl wir uns durch eine ganze Herde Kühe schlagen mussten, die versuchten uns zum Lagerplatz zurück zu drängen. In Füssen teilten wir uns in mehrere Gruppen auf und folgten den Anweisungen auf unseren Stadtspielplänen. Zwei Stundenlang irrten wir in der Stadt umher und versuchten die kniffeligen Aufgaben zu lösen. Wir genossen das schöne Wetter, aßen Eis und versuchten natürlich alle als erste ins Ziel zu kommen. Anschliessend gingen wir noch Sommerrodeln und Trampolinspringen.

Am Nachmittag freuten wir uns über unseren selbstgebauten Stausee (obwohl er mit ca. 12°C etwas kühl war).

Am Mittwoch ging es in den Workshops noch einmal hoch her, weil natürlich jeder der reichste sein wollte. Die Spieler konnten gar nicht soviel Geld ausgeben, wie sie verdienten oder im Casino gewannen, und so kam es, dass sogar Delikatessen wie Schokocrossies für 50,- Golddollars reißenden Absatz fanden.

Am Nachmittag bauten wir schon die ersten Zelte ab und den Abend verbrachten wir im Freien. Das letzte gemeinsame Abendessen wurde ein Festmahl und auch der Abschlussabend mit köstlichem Tschai war wunderbar.

Am Donnerstag bauten wir schnell die restlichen Zelte ab und brachten den Lagerplatz in Ordnung, sodass wir nach dem Mittagessen aufbrechen konnten.

Obwohl wir alle fanden, dass es ein sehr gelungenes Lager war freuten wir uns doch wieder auf zu Hause, ein schönes weiches Bett und eine warme Badewanne.

Sascha