Die Sylvestertour 2001/2002

vom 28.12.2001 bis zum 04.01.2002

Teilnehmer: Markus H., Sascha A., Basti, V., hoerby L., David N.

Freitag 28.12.2001: 
Da wir mit dem Auto fahren wollten haben Basti und Markus einen äußert eigenartigen Ford Transit von der Firma Sixt gemietet. Nachdem die beiden uns alle abgeholt hatten und wir Jens (pass. Teiln.) vom Bahnhof aufgegabelt hatten, fiel uns auf, dass wir noch keine Geschenke für unsere Polnischen Gastgeber hatten. Zuwieder den Weißwurscht etc. Vorschlägen haben wir uns dann doch entschieden Münchner Oktoberfest Bierkrüge für unsere Quartals - Alkoholischen Polenfreunde zu kaufen. Nach dieser äußerst anstrengenden Arbeit haben wir uns erstmal einen Saray - Döner gegönnt. So wurde es dann 16.00 Uhr bis wir München dann endlich verlassen konnten. Auf der noch nicht vereisten Autobahn ging es gut voran. Noch hatten wir ja noch keine Ahnung, wie gut wir es ja eigentlich auf den Deutschen Autobahnen hatten....
Salzburg - Linz - Wien - Mitternacht in Bratislava Slovakisches Pickerl kaufen...
Markus beschäftigte sich die Fahrt über damit, seiner Danae SMS zu schreiben.
Nach einer abenteuerlichen Begegnung mit der slowakischen Polizei (wollten prompt unser Pickerl kontrollieren!), erreichten wir bald das Ende der slowakischen Autobahn.
Und das war der Anfang vom Ende.
Basti führte uns zielsicher auf immer kleiner werdende Feldwege ("Ich kenn die Strecke, keine Anxt!") in Richtung Polen.
Was mit einem kleinen Schneegestöber anfing, entwickelte sich schnell in einen inferalischen Schneesturm ("Fahren wir überhaupt? Ich kann nichts sehen außer Schnee!"). Allmählich wurde die "Straße" immer steiler und der Schnee immer tiefer. Bis kurz vor der Grenze schließlich die Reifen durchdrehten und wir uns in die andere Richtung bewegten....

Samstag 29.12.2001: 
Nachdem wir ca. 1cm Profil abgefahren hatten beschlossen wir, die "Schneeketten" anzulegen. Nach 45 min hatten wir das auch geschafft. Mit viel Mühe schafften wir es schließlich zum verlassen wirkenden Grenzposten. Wieder unseres Erwartens, gab es an dieser Grenze doch noch Lebenszeichen die wach und halbwegs Nüchtern waren. diese wollten doch tatsächlich wissen ob wir etwas nach Polen zu verzollen hätten!?! Nachdem Basti und Markus erschöpft aufgaben die wütenden Schnee und Eismassen mit unserem pseudo Auto zu bezwingen, legte dann hoerby Hand an. Nach ca. 3 h 60 km/h - Schneeketten - Schlittenfahrt bei der wir uns immer zwischen 10 cm und 1 m vom Abgrund entfernt befanden und der Rest der Polentourler entweder psychisch am Ende oder in einem Notgedrungenen Schlaf befanden, hatten wir  unsere 1. Begegnung mit der dritten Art. (einem Polen!) Dieser Pole war nicht nur ein Pole sondern auch noch ein besoffener Pole! Nachdem hoerby diesen mit einem Grinsen auf dem Gesicht nach dem Weg nach Krakow (Krakau) gefragt hatte und dieser uns orientierungslos eine halbe Küche verkaufen wollte, ließen wir dies dann sein. Nach einer weiteren Irrfahrt kamen wir dann um 6.30 Uhr in Krakau an, wo uns die Polen schon sehnlichst erwarteten, da wir ja laut Plan schon am Freitag hätten ankommen sollen.
Wir verteilten uns auf die 3 Gast-Familien und fielen ohne viel mehr wahrzunehmen ins Bett. Doch sie ließen uns nicht viel Schlaf, denn um 14.00 Uhr mussten wir schon ein Salzbergwerk besichtigen.
Basti wohnte bei Macek, später auch mit Sylvia; Plattenbau-Penthouse-Wohnung.
David und hoerby wohnten bei Partek, die einzige Familie mit Mama, Papa, Schwester, Opa und Hund (aufdringlicher Kampfdackel).
Markus und Sascha lebten in Goschas Party-WG wo jeden Abend neue Polinnen und Polen auftauchten.
Das Salzbergwerk empfing uns mit einer endlosen Treppe in die Tiefe:
Ein sehr freundlicher, deutschsprachiger Führer brachte uns die Geschichte des Bergwerks und die wirklich beeindruckenden Salzskulpturen näher. Durch etliche Kapellen und vorbei an Darstellungen aus der Krakauer Geschichte führte er uns schließlich in eine unterirdische Kirche von beieindruckender Große und unbeschreiblicher  Schönheit. Nachdem wir (mit dem Lift) wieder das trübe winterliche Tageslicht erreicht hatten, verstanden wir, warum dieses Salzbergwerk zum Welt-Kulturerbe gezählt wird. Am Abend gingen wir alle zusammen noch ein bischen in Krakau spazieren, wobei wir eine sehr gemütliche Kellerkneipe fanden. Bei guter Musik und billigem Bier verbrachten wir einen sehr schönen Abend unter lauter lustigen, betrunkenen langhaarigen Polen.

Sonntag 30.11.2001: 
Wie immer durften wir zu unmenschlichen, einstelligen. Zeiten aufstehen. Da hilft nur Polnischer Kaffee (mit Satz). Wir trafen uns mit den Polnischen Pfadis und dann ging's auch schon los nach Wawel oder so. Auf dem Weg zu der Burg (Wawel) hielten wir vor einer Eisenstatue die aussah wie ein Drache und die normalerweise Feuerspeien sollte, aber wahrscheinlich um diese Jahreszeit eingefroren war. Hier erzählte uns Iwonna eine Geschichte über den Drachen der angeblich Jungfrauen fraß und dann durch ein manipuliertes Schaf das in Verbindung mit Wasser explodierte in die Luft gesprengt wurde (die Polen haben Fantasien!). Nach dem Anstrengenden Marsch zur Burg hoch waren wir dann endlich bei dem ersten Tagespunkt angelangt. Auf dem weg dorthin warnte Basti uns noch davor Polnischen Döner zu Essen weil dieser Döner angeblich mit Sauerkraut und komischem Fleisch gemacht wird und anfängt zu mutieren wenn er gegessen wird und außerdem seien die Gerüche die dadurch nachher verbreitet werden unzumutbar. Was an dieser Aussage dran war wollten wir dann doch lieber nicht ausprobieren und fingen an den Weg zur Burg zu bestreiten. 
Oben angekommen gingen wir uns erst mal eine Führerin suchen die uns ein bischen über die Burg und ihre Geschichte zutexten sollte (Sie sah äußerst komisch aus!). Nach etwa 3 Stunden Kulturgelaber, was doch zwischendurch sehr interessant war versuchten wir dann in die noch vorhandenen Räume der Burg zu kommen. Nach etwa einer halben Stunde durften wir dann doch endlich rein und durften zu unserem Entsetzen leicht verformte Plastiktüten über unsere Schuhe stülpen und liefen dann wie eine Gruppe mit Sauberkeitswahn durch die einzelnen Räume der Burg. Nach dieser Besichtigung ging's dann ab zu den Waffen, Rüstungen, Kanonen ....  (Warum können wir nicht wieder im Mittelalter leben, einfach nur noch geil!). Nach ein
paar weiter verbrachten Stunden in der Kirche des Schlosses und den Grabkammern schleppten wir uns dann endlich zum Mittagessen. 
Die Polen wunderten sich sehr dass wir die ganze Zeit von einem Zweiten Frühstück, Brunch, Mittagssnack, Mittagessen, Kaffee und Kuchen, Nachmittagsessen ....sprachen die wir alle haben ausfallen lassen, aber das konnten sie ja nicht verstehen (Wir größtenteils auch nicht). Erfrischt und guten Mutes ging es dann weiter und als wir dann in die erste Kirche gingen war auch noch nichts dabei, die Kirchen waren ja alle schön und toll, aber muss dann deswegen ca.1-2 Stunden bei der eisigen Kälte durch die Gegend laufen? - kann ich nicht verstehen- 
Jetzt wendete sich der Tag endlich dem gemütlicherem Teil zu ,wir kehrten in ein Kaffee ein in dem viel zu wenig ,,Stühle" waren. Der Kaffee war wirklich gut! Nach dieser warmen Erholung beschlossen wir dann noch in irgendein Pub einzukehren. Dieses pseudo- Pub diente uns erst mal als Darmentlehrungsstätte und nach ein paar Runden ging es dann ins Irish Pub. 
Hier sollten eigentlich Basti und Silvia auf uns treffen, die aber wahrscheinlich, wichtige Dinge zu erledigen hatten" und uns deshalb keine Gesellschaft mehr leisteten. Aber es war auch ohne sie sehr lustig, da wir versucht haben den Polen etwas überlebenswichtiges Deutsch beizubringen. Wir fingen an ihnen beizubringen wenn sie einen Deutschen sehen zu sagen: "Wollen chalbe Küche kaufen? Und dann auf die Antwort ,,Schieb kein Rohr oder langsam reiten Cowboy" zu Kontern. Dies behielten sie auch die ganze Fahrt über. Ebenso lustig wurde es dann als sie uns auf Polnisch beibrachten :,,Willst du mit mir ins Bett gehen? "und dann die ganze Zeit dachten wir würden sie nicht verstehen ... aus diesem lustigen Abend entstand dann auch das Trendwort homosexualistika. So verlief der ganze Abend bis alle Zwerchfelle ermüdet waren und wir uns von einem Polen. priv. Shuttle als Busersatz nach Richtung daheim bringen ließen. In den Betten angekommen war erst mal schlafen angesagt....

Donnerstag 03.01.2002:
Für den letzten Tag hatte sich Macek ein besonderes Schmankerl aufgehoben: Die Besichtigung seiner Physikausstellung in der alt-ehrwürdigen krakauer Universität. Mit einfachen Mitteln wurde uns dort anschaulich die Grundlagen von Wellendynamik, Optik, Akustik, Zeitmessung und Sternguckerei dargestellt. Anschließend wurde uns noch eine interessante Führung durch die Gemächer der mittelalterlichen, ersten Universität Krakaus zu Teil.
Danach hieß es auch schon Abschied nehmen, was besonders Ivonna schwer fiel, und obwohl sie es vehement bestritt glauben wir immer noch, daß das der Grund war, warum unsere Einkaufsfahrt in einer Stadtrundfahrt endete. Eigentlich wollten wir nur noch Reisebedarf und Schneeschaufeln kaufen (Schneeschaufeln waren - oh Wunder - ausverkauft), aber irgendwie fand Ivonna, die wir mitgenommen hatten den Weg zum Treffpunkt mit Jens nicht....

Schließlich hatten wir es aber doch geschafft und nach unzähligen letzten Umarmungen machten wir uns endlich auf den Weg.

Kenan