Pfaditag am 18. September 2004

Unser Sinnesgarten
Bericht von Laura
Bericht von Franzi

„Unser Sinnesgarten“

Wir haben am Schaulager auch einen Sinnesgarten mit verschiedenen Kimm-Spielen aufgebaut .
Kimm-Spiele sind Spiele bei denen man verschiedene Dinge mit Hilfe seiner
Sinne erraten muss.
Die erste Aufgabe war ein Tast-Kimm. Es gab einen Korb mit verschiedenen Gegenständen wie zum Beispiel eine Glühbirne, eine Mini-CD oder ein kleines Plastikschwein die man mit verbundenen Augen betasten konnte und dann erraten musste um was es sich denn handeln könnte. Das war gar nicht so leicht, denn man durfte nicht gleich sagen, was man dachte sondern musste sich die Dinge merken und am Ende noch so viele wie möglich wissen.
Das zweite Spiel war ein Geschmacks-Kimm, bei dem man unter anderen Äpfel, Schokolade oder Käse „erschmecken“ musste auch das natürlich mit verbundenen Augen, wobei man erst einmal merkt, wie sehr „das Auge mitisst“.
Anschließend ging es beim Fuß-Kimm barfuss und wieder mit verbundenen Augen über einen Tastpfad auf dem nterschiedliche Materialien wie z. B. kleine oder größere Steine, Holzstücke, Sand oder eine Wanne mit Wasser lagen. Ein Fuß-Kimm funktioniert so ähnlich wie das Tast-Kimm nur eben „Tasten“ mit den Füßen.
Zum Schluss gab es noch ein Erinnerungs-Kimm, bei dem man sich wie schon gesagt an die Gegenstände des ersten Spiels erinnern musste. Alle Ergebnisse und die erreichten Punkte wurden natürlich genau aufgeschrieben.

 

 

Bericht von Laura Sippe Mohawk

Da die vom LV für alle Stämme gemeinsam geplante Aktion lange auf sehr wackligen Beinen zu stehen schien, nahmen wir das Heft selbst in die Hand und planten für den deutschlandweiten Pfadfindertag unser eigenes Schaulager.
Das Planungsteam hatte viele kreative Ideen, die leider nicht alle verwirklichbar waren (keine 100 weißen Luftballons für den Frieden...), andere jedoch bereicherten unser Programm letztendlich sehr (die Schokokuss-Schleuder!!!)
Auch mit einigen Widrigkeiten hatten wir zu Kämpfen (Sommerferien sind ein schlechter Zeitpunkt für Planungen!!), aber alles in allem hat es wunderbar geklappt!
Schon am Freitag bauten wir das Mega-Set im Ostpark auf, wodurch schon die ersten Schaulustigen neugierig gemacht wurden... Nach einer lustigen aber auch sehr kalten Nachtwache bauten wir am Samstag in der Früh noch eine HochKohte und eine normale Kohte als Anschauungsmaterial auf. Den ganzen Tag über gab es Kimm-Spiele, viele Informationen, Kaffee und Kuchen... Mir persönlich hat es sehr viel Spaß gemacht, da wir uns einerseits wirklich gut in der Öffentlichkeit präsentiert haben, - die Stimmung war toll und ich glaube, unsere zahlreichen Besucher haben gemerkt, wie viel Spaß wir miteinander haben!! -, und andererseits hatten wir für einen Tag ein bisschen Lagerstimmung!
Ich denke, wir können mit dem Ergebnis sehr zufrieden sein!!

Laura

Bericht von Franzi Sippe Kree

Samstag, den 11. September 2004, irgendwann nachmittags
auf einer Wiese Nähe Windach am Ammersee
(Noch 7 Tage bis zum Pfaditag!):

Die AG Schaulager-Planung hat sich mit ein paar Isos in die Mitte der Wiese verzogen...zum Informationsaustausch...um erstaunt festzustellen, dass es noch ganz schön viel - also eigentlich eher viel zu viel - zu tun gibt...und um einen Termin auszumachen an dem die letzten , endgültigen, ausschlaggebenden Planungsschritte in die Wege geleitet werden können.
Erst versuchen wir noch uns nach und nach vorzuarbeiten, aber da wir nichts zu schreiben haben und jedem Dinge einfallen, die zu vergessen absolut fatal wäre wird schließlich doch eine relativ konfuse, aber produktive Aufgabenverteilung. Als die Informationen den Einzelnen allerdings hinten wieder aus dem kopf zu fallen drohen treiben wir doch noch ein Blatt auf, auf dem eiligst eine „To-do-Liste“ erstellt wird.

Montag, den 13. September, 16:00h
in Davids Zimmer
(Noch 5 Tage bis zum Pfaditag!):

So, endlich sind auch die letzten mit ungeheuerlichen drei Minuten Verspätung eingetroffen.
Bewaffnet mit einer an alle gemailten „To-do-Liste“, Laptop, Schreibzeug und einer Packung Campina Sahnebonbons als Motivationsspritze macht sich „Das Team“ ans Werk!
Hitzig wird diskutiert ob der Michi seine zahlreichen Hol- und Bringfahrten so schafft oder ob ihm noch ein Überschallflugzeug gemietet werden muss...Laura hat die Mails für die Stammesmitglieder schon fast fertig (lieber spät einladen als nie!)...Felix hat den Generator klargemacht...und David tippt alles fleißig und in beeindruckender Geschwindigkeit in den PC.
Jetzt wissen wir also, wer das Material packt, wer das Material fährt, wer Fremdmaterial bei den Bären leiht, wer die Plakate aufhängt, wer einkauft, was er einkauft, wo wir am Freitag überhaupt hinmüssen, was im Stammesrat präsentiert wird...nur eines wissen wir nicht: Wo kriegen wir jetzt endlich was zum essen her?
Aber auch unserem Cosuaneten- (wir sind ja schließlich keine Bären)Hunger konnte Abhilfe geschaffen werden und dann blieben auch nur noch ein paar Plakate zu entwerfen. Aber dank unser aller Kreativität und Davids erstaunlichem Tastenkürzel-Schatz war auch das fix erledigt...


Dienstag, den 14.September,
(Noch 4 Tage bis zum Pfaditag):

Die Agenten: Franzi und Laura
Die Mission: Plakate an alle Grundschulen der Umgebung verteilen und Polizei informieren
Das Ergebnis: Sehr zufrieden stellend!
Nach einem Mittagessen, das uns für unsere schwierige Aufgabe stärken sollte machten wir uns mit Gaffa-Tape, Reißnägel und natürlich 20 Plakaten bewaffnet auf den Weg. Zunächst zur Neuperlacher Polizei, um unsere Anwesenheit im Ostpark schon mal vorher zu melden und damit sämtlichen Leuten die sich nachts über UFO’s im Ostpark beschweren wollen einen Strich durch die Rechnung zu machen. Anschließend zu sämtlichen Grundschulen in der Umgebung. In einigen hatten wir sehr viel Glück und unsere Plakate - so wurde uns versprochen- wurden noch in Flyer verwandelt und im Lauf der Woche verteilt. In anderen weniger und wir konnten die Plakate lediglich davor hängen...

Nach Beendigung unserer Mission besuchten wir noch Team 2. Dies Bestand aus den Agenten Maxi W., Sascha und David und war bereits seit mehreren Stunden mit der Zusammenstellung der unerlässlichen Spezialausrüstung beschäftigt!


Freitag, den 17. September, 15:00h
Auf der Wiese unserer Wahl im Ostpark
(Morgen ist Pfaditag!!!):

Nicht nur dass alle pünktlich zum Aufbau bereitstehen, nein, wir haben sogar noch einen Gast als Helfer, was natürlich besonders freut. Als Michi mit seinem Papa vorfährt (in der Genehmigung stand doch hoffentlich Kraftfahrzeug und nicht Pkw!?) bleiben bereits die ersten neugierigen Passanten stehen und während wir nach und nach Stangen, Kisten, Gasflaschen, Feuerschalen und so einiges mehr vom Pickup wuchten, dämmert uns dass wir heute Nachmittag eine Doppelmission zu erfüllen haben: nicht nur gut und einigermaßen schnell, sondern auch möglichst werbewirksam aufbauen!
Erstmal wird der passende Standort auf der Wiese gesucht, was sich als gar nicht so einfach erweißt;) Dann heißt es Planen zusammenknüpfen, aber allein das wird heute schon ein Abenteuer. Welche kommt da jetzt an welche? Ah, doch nicht die, sondern die andere Kohtenplane! Aber warum eigentlich? Da die meisten von uns in natura noch nie ein „Megaset“ gesehen haben, geschweige denn eines gebaut, bleiben das nicht die einzigen offenen Fragen: Ist der Dreibaum zu kurz? Oder doch viel zu lang? Oh, wir hätten den vor dem Knüpfen aufstellen sollen? - Zu spät! Aber was jetzt? Aha, den Dreibaum reinbugsieren und dann den Planenring drum herum...!?
So genau, weiß wohl keiner mehr wie wir das alles schließlich angestellt haben...aber es hat geklappt! Zum Beweis steht jetzt im Ostpark ein tolles „Megaset“ und wartet nur auf die neugierigen Besucher morgen.
Jetzt muss nur noch das ganze Material reingeschafft werden(...möglichst so, dass man auch morgen noch alles findet!) und natürlich soll es die Nachtwache heute Nacht auch nicht ganz ungemütlich haben. Also werden Teppiche und Decken ausgelegt, die Feuerschale aufgestellt, ein Feuerchen gemacht und der Gaskocher angeworfen. Zum Abendessen empfiehlt der Küchenchef heute: Spaghetti Napoli mit viiieeel Parmesan!
Lustigerweise stecken schon kurz vor dem Essen die ersten Schaulustigen die Köpfe zum Zelt herein und wollen wissen was denn hier so los ist. Als Papa und Sohn dann bei uns am Feuer sitzen und sogar noch einen Teller Spaghetti mitessen, wissen wir, dass wir bald einen Wölfling mehr haben.
Es wird noch lange geratscht und gesungen (und auch ein bisschen gerutscht und geschaukelt auf dem Ostparkspielplatz) bis wir beschließen, es jetzt durchaus „riskieren“ können zu schlafen und uns müde in unsere Schlafsäcke kuscheln.


Samstag, den 18.September, 7:00h
im Ostpark,
PFADITAG!!!

Der Wecker klingelt (naja, eigentlich piepst er eher verzweifelt bis sich jemand erbarmt und das arme Ding wieder ausstellt) und zumindest ich brauche einen Moment um zu kapieren wo ich eigentlich bin: Im Ostpark! Stark! Als wir vors Zelt treten ist es noch etwas dämmrig und über dem See liegt Nebel. Kaum zu glauben, dass man als erstes die Hochhäuser von Neuperlach sieht, wenn man sich umdreht, denn sie passen so gar nicht in diese verzauberte Landschaft – Verzeihung! - den Park!
Nach einer kurzen Morgentoilette beschließen wir noch vor dem Frühstück das Küchenzelt aufzustellen während die Semmeln geholt werden. Neben uns absolviert eine Tai-Chi Gruppe ihr Training und starrt immer mal wieder höchst ungläubig herüber wie wir da fröhlich und mit Gitarrenbegleitung ein paar Morgenlieder schmetternd unser Zelt aufstellen. Als wir dann frühstücken sind sie nicht mehr die einzigen leicht verdutzten, denn auch die ersten Spaziergänger kommen jetzt vorbei und wünschen uns lachend einen guten Morgen und Appetit. Ja, den haben wir!
Jetzt muss aber dann ein bisschen Druck gemacht werden. Die Anschauungs-Kohte liegt noch im Packsack und auch die anderen Programmpunkte existieren bis jetzt nur Theoretisch und als Rohmaterial.
Also fix das dritte Zelt aufgestellt und eingerichtet (natürlich ordentlicher als normal), das „Megaset“ aufgeräumt und für die Filme hergerichtet, die Küchen-Kohte eingeräumt und ein Buffet mit Spendenschwein hergerichtet...natürlich darf ein Infotisch nicht fehlen, die Schaumkuss-Schleuder (unsere Hauptattraktion) muss ordentlich präsentiert werden und sogar eine Malecke wird noch schnell hergerichtet...
Puh, als das Programm um elf offiziell losgeht ist alles erledigt und auch die letzten Pfadis sind eingetroffen, machen fleißig einen guten Eindruck und freundliche Gesichter!
Jetzt geht der gemütliche Teil des Tages los...
Da werden fleißig Fragen beantwortet...die der Mamas und Papas, die wissen wollen, was Pfadfinder eigentlich so machen...wann wir uns treffen und ob das auch was für ihren Kleinen / ihre Kleine ist etc...aber natürlich auch die der Kleinen, ob unsere Zelte immer so aufgeräumt sind und ob’s auf Lagern immer ein Kuchenbuffet gibt...ob das Stockbrotbacken was kostet und ob man sich bei der Schaumkuss- Schleuder auch echt nicht wehtun kann?
Die kommt übrigens super an...auch wenn nach einer Weile alles mögliche und nicht nur Schaumküsse durch die Luft fliegen...
Auch der Sinnesgarten ist beliebt...sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen, denn dort gibt es nicht nur Schokolade und Käse am Geschmack zu erraten, sondern auch Sachen mit Fingern und Füßen zu ertasten, was teilweise gar nicht s einfach ist
Die Wölflinge rennen mit den „zukünftigen“ fußballspielend über den Rasen, während uns so manche Grosseltern von ihrer Zeit als Pfadfinder erzählen.
Während des Mittagstief als nur wenige von uns repräsentativ beschäftigt sind gründet sich spontan ein kleiner Singekreis und ich denke wir vermitteln die allerbeste und vor allem die originalgetreuste Lagerstimmung.
Der Spaß, den wir gemeinsam haben demonstrieren wir in kleinen Sprühsahneschlachten bei Purzelbaum-Wettrennen und seltsamen Interviews, und zu allem liefern die „Wildkatzen“ die passende Hintergrundmusik, wenn wir gerade nicht singen.
So vergeht der Nachmittag, die Leute kommen und gehen, wir blieben und sind immer noch da, als es langsam dunkel wird und somit Zeit das Schaulager in einen offenen Singeabend zu verwandeln. Da alle zusammen helfen geht es ziemlich fix, die beiden kleinen Zelte abzubauen , alles Material wieder in das „Megaset“ zu schaffen und eine gemütliche Runde um das Feuer zu bilden. Ausnahmsweise sogar luxuriös auf Teppichen und Decken und nicht nur auf Ponchos und Isos!
Also wird jetzt drinnen gesungen und draußen Tschai gekocht, der leider ein bisschen dauert und viel zu viel ist...dafür schmeckt er toll! Langsam verschwinden die letzten Gäste, der Kreis wird kleiner und die Kekse immer weniger.
Kurz vor Mitternacht wird die Runde noch mal halbiert, denn einige fahren zu Davids Mama und bringen ihr ein Geburtstagsständchen, naja, eigentlich drei und eins klingt besser als das andere (bilden wir uns zumindest gerne ein).
Um Drei sind wir zu rück, singen noch etwas, ratschen und machen doofe Witze und haben sogar noch mal ein paar Gäste...
Aber irgendwann ist auch für uns Schluss und als der Morgen dämmert kriechen wir in unsere Schlafsäcke.

Sonntag, den 19. September, 10:00h,
im Ostpark,
(gestern war Pfaditag...)

Langsam schälen wir uns aus unseren Decken und sind froh, dass es schon spät und somit auch schon warm ist. Heute lassen wir alles etwas gemütlicher angehen und fangen ganz langsam an aufzuräumen während die Mission „Semmelnholen“ durchgeführt wird.
Wieder ein gemütliches Frühstück (heute sogar mit Kuchen von gestern – lehr lecker!) und wieder ein fröhliches „Guten Morgen“ von den Spaziergängern...
So, jetzt müssen wir eigentlich nur noch das „Megaset“ zusammenfallen lassen, alles aufräumen und zusammenpacken...schon geschehen...also nur noch auf den „Hölzl“-Transport warten...alles einladen...und: FERTIG!
Jetzt freu’n wir uns erstmal auf ne heiße Dusche und dann...Ausschlafen!
Aber : Ein tolles Schaulager!!!

Franzi