Sommergroßfahrt nach Mazedonien Ohrid

vom 30. Juli bis zum 14. August

 

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Fahrtengruppe:

Laura P., Dodo N.-W., Yannik W., Julia K., David N., Olli S., Flo J., Michi L., Sandra H., Christian N., Franzi B., hoerby L., Christopher N., Michi H.

30.07.2006 Sonntag

14:35 traf ich Laura unten in der U-Bahn Kreillerstr. Michi L. kam gerade noch rechtzeitig als die U-Bahn einfuhr.
Im Waggon trafen wir Sandra, Julia, Michi H. und Olli. In der Josephsburgstraße stieg dann Christian mit ein. Am Innsbrucker-Ring stiegen wir um in die U5 Richtung Ostbahnhof in der schon Franzi, David, Florian und Yannick saßen. Christopher und Dodo warteten am Treffpunkt also am Ostbahnhof auf uns.
Bis dahin hat alles (nach Franzis Plan) wie am Schnürchen geklappt, wir haben keinen vergessen, keiner muss schwarzfahren und alle sind supergut gelaunt.
15:07 Uhr ging unsere S-Bahn Richtung Flughafen.
Die erste Dame die wir fragten, wo wir am schnellsten und vor allem einfachsten einchecken könnten wollte uns unbedingt zu einem Quick-CheckIn schicken - Franzi und ich waren aber dagegen und wollten uns lieber mit einer Person als mit einer Maschine unterhalten. Wir wollten einen Gruppen-CheckIn um nicht die ganze Rasselbande mit Rucksäcken in der Schlange stehen zu haben und unsere Rucksäcke als Sperrgepäck aufgeben. Nach ein bisschen Diskussion checkten Franzi und ich dann alle Personen mit den Tickets und den Ausweisen am Schalter ein. Die Dame war so nett und druckte uns die Zettel für die Gepäckstücke aus, die wir dann selber hinkleben durften. Dann mit den gesamten Gepäck zum Sperrgepäckschalter. Dort wurden wir unser gesamtes Gepäck los. Als Franzi unsere Fahrtengruppe fragte ob sie denn die Brotzeit ins Handgepäck hätten, Brot und Obst nein den Belag ja. Also gingen Franzi und ich noch im Edeka einkaufen ;-) - Wer mitdenkt fliegt raus.
Bei den Sicherheitskontrollen gab es auch keine Probleme, obwohl wir uns schon darauf eingestellt hatten sogar Gürtel und Schuhe ausziehen zu müssen und auch die Passkontrolle verlief reibungslos.
Das Boarding verzögerte sich – wie üblich - um ca. 10 Min. und wir spielten in der Zwischenzeit ein bisschen Kicker.
Dann ging es mit dem Bus zum Flugzeug - ein etwas älteres Modell, eine Propellermaschine mit nur 17 Reihen mit jeweils 4 Sitzen. Beim Starten gab es komische Geräusche von sich und brauchte auch ziemlich lange bis es dann abheben durfte was es aber relativ flott schaffte.
Die Stewardess war nett und die Sandwichs okay…Hunger ist ja bekanntlich der beste Koch.
So langsam stellte sich Fahrtenstimmung ein.
Das Unsteigen in Belgrad klappt trotz Zeitdruck einigermaßen. Das Bodenpersonal macht den Eindruck als wäre es hier durchaus üblich, dass die Maschinen auf die Passagiere warten müssen, weil der Beamte am Schalter seinen Mittagsschlaf nicht von seiner Arbeit unterscheiden kann.
In Skopje angekommen freuen wir uns über den wirklich niedlichen Flughafen. New Yorks Busbahnhof ist sicher drei oder sogar vier Mal so groß. Trotzdem dauert es eine Weile bis wir rauskommen, weil leider ein Rucksack in Belgrad liegen blieb. Nach langer Diskussion hoffen wir jetzt, dass wir ihn morgen abholen können werden.
Nikscha holt uns mit Atze in einem gemieteten Van vom Flughafen ab und wir werden direkt bis vors Scout-Office chauffiert, in dem wir die Nacht verbringen werden.
Nach einem sehr verspäteten Abendessen geht es gegen 2 Uhr endlich in die Schlafsäcke!

31.Juli 2006, Montag

Happy Birthday Yannick!!!
Nach dem Frühstück zu dem es natürlich erstmal ordentlich Geburtstagskuchen gab setzten sich die Fahrtengruppen noch mal zusammen um das weitere Vorgehen zu planen und abzustimmen, wie wir unsere Fahrt nun endgültig gestalten wollen. Nikola hat mit seinen Leuten nämlich eine super Tour durch ganz Mazedonien für uns geplant, so dass wir bereit waren unsere eigene Planung nämlich in zwei kleineren Fahrtengruppen einfach mal kreuz und quer durch Land zu tippeln, über Bord zu schmeißen. Nachdem Franzi, David und hoerby mit Nikola das logistisch-geschäftliche geklärt hatten, starteten wir gleich um uns das Zentrum von Skopje anzuschauen.
Das Zentrum von Skopje ist eine nicht unbedingt sehr ästethische aber sehr lustige Mischung aus Plattenbauen und kleinen eher arabisch inspirierten Häuschen. Diese merkwürdige Kombination ergab sich nach dem Erdbeben (1963) bei welchen große Teile der Altstadt und viele sehr schöne Gebäude zerstört wurden. Hilfe kam aus aller Welt aber leider in Form von einheitlichen Plattenbauten. Den größten Teil des Nachmittags verbrachten wir im sog. türkischen Viertel, wo man sich fast in den Orient versetzt fühlt. Es duftet nach gegrilltem Fleisch und Tee, es geht laut und bunt zu. In kleineren Gruppen bummeln wir über den Markt, ...oder ist es ein Basar? Uns gefallen die kleinen dicht gedrängten Stände, auf denen man von Gemüse über Süßigkeiten und Stoffe, Kleider und Spielzeug bis hinzu Werkzeug und Autoreifen einfach alles bekommt. oft werden wir auf Deutsch angesprochen und es ergeben sich kleine Gespräche. Unsere Mittagspause verbringen wir wieder abseits vom Basar und erfrischen uns mit selbstgemischter Saftschorle, Wassermelone und lustigen Burgern in denen die Pommes gleich integriert sind. Allerdings ist die Hitze doch sehr groß und deshalb kehren wir am späten Nahmittag nach einem Umweg über die Karawanserei von Skopje gern zurück in das kühle Souterrain-Büro um uns auszuruhen.
Am Späten Nachmittag und Abend darf eigentlich jeder tun, wozu er oser sie Lust hat: noch mal in der Stadt bummeln, in ein Café gehen, faulenzen, schlafen, lesen, spielen etc. Zum Abendessen gibt es bestellte Pizza mit lustigen Belagkombinationen, die uns aber super schmeckt!


1. August 2006, Dienstag

Es ist 5 Uhr morgens und wir erwachen vom sanften Licht der Neonlampe. Die Nacht war ziemlich kurz...aber was soll’s? Erstaunlich zügig sind trotzdem alle wach, wir waschen uns im winzigen Bad, räumen auf und warten schließlich mitten in der gerade erwachenden Innenstadt von Skopje auf unsere Taxis zum Bahnhof. Die Taxis sind winzig, die Fahrt rasant und der Kofferraumdeckel muss leider offen bleiben, aber dafür sind die Fahrer supernett und die Musik laut und lustig. Unser Zug Richtung Bogomilia geht um 6.30 Uhr und ist leider ziemlich voll, so dass wir teilweise im Gang stehen müssen. Aber das ist eher von Vorteil, weil man so wenigstens nicht einschläft und die wunderschöne Landschaft bestaunen kann durch die wir uns nun zwei Stunden schlängeln. Hin und wieder hält der Zug mitten in der Pampa und Leute steigen ein oder aus. Ein Häuschen als Bahnhof ist eher selten.
Wir steigen in Bogomilia aus, wo unser Gepäck und wir auf zwei große Traktorenanhänger verladen werden. Die Rucksäcke unten und wir auf Brettern obenauf geht es nach kurzem Getränkekauf-Stopp ab zu unserem Lagerplatz in den Bergen. Die Fahrt beginnt mit vollem Traktor-Vollgas-Tempo und wir freuen uns riesig über das ungewöhnliche Transportmittel. Insgesamt dauert die Fahrt etwas über zwei Stunden und ist nachdem wir die Teerstraße hinter uns gelassen haben und über Schotter und durch Schlaglöcher brettern plötzlich gar nicht mehr so bequem, aber immer noch schnell und lustig. Nur nicht mit voller Blase, wie Michi Link sicher gern bestätigen wird.
Gegen Mittag kommen wir auf unserem Lagerplatz an und stellen fest: die Fahrt hat sich gelohnt! Wir sind auf einer Art Alpenwiesenplateau mit 1000 bunten Blumen und Felsen in jeder Größe.
Während unsere mazedonischen Gastgeber Sandwichs als Mittagessen vorbereiten, bauen wir unsere Zelte auf, wobei uns die Franzosen interessiert und etwas belustigt beobachten.
Nach dem Mittagessen und einer kurzen Pause machen wir uns auf den Weg...ja, auf den Weg wohin eigentlich? Auf diese Frage antwortet jeder Mazedonier etwas anderes: zu einer Höhle, zu einem Aussichtspunkt, auf den Gipfel. Tatschlich steigen wir bis fast auf den Gipfel und während der Großteil dort auf der Wiese sitzt, in die Sonne blinzelt und die wirklich irrsinnig schöne Aussicht genießt, klettert der Rest noch ein Stück weiter und entdeckt ein Schneefeld, das genau groß genug für eine Runde Hosenbodenrodeln und eine kleine Schneeballschlacht ist. Nachdem teilweise ziemlich waghalsigen Abstieg ist am Lager angekommen erstmal allgemeines Waschen angesagt.
Zum Abendessen gibt es frischen Salat, gegrillte Würschtel und Brot, was wir uns noch über dem Feuer rösten.
Bei deutsch-französisch-englischen Liedern kling der Abend gegen Mitternacht aus und nur die Feuerwache bleibt sitzen...

2. August 2006, Mittwoch

Heute durften wir länger, nämlich bis um halb 8 schlafen. Also waren alle, außer vielleicht unsere Nachtwachen, relativ fit und das Zelte abbauen ging sehr schnell. Das Frühstück war reichlich, doch die Sonne schien so warm, das manche nicht wirklich viel Wurst und Käsebrote essen konnten. Unser Ergeiz, pünktlich fertig und zum Abmarsch bereit zu sein, wurde damit belohnt, dass wir wesentlich früher als die Mazedonier und Franzosen marschierbereit waren. Naja, immerhin waren wir rechtzeitig bereit. Unser Gepäck wurde wieder vom Traktor abgeholt, während unser Plan war, den Weg, den wir gestern mit dem Traktor gefahren waren zu Fuß zu gehen. Unterwegs wollten unsere Gastgeber und Reiseführer uns noch den Wasserfall „Bambuna Springs“ zeigen. Der Weg dorthin war schmal, steil und nicht ganz risikofrei, hat sich aber voll und ganz gelohnt und wir wurden mit kaltem Quellwasser Pause am Wasserfall und leckeren Waffeln belohnt. So wanderten wir erst den Schotterweg zurück unter Gesang, vielen Späßen und ersten längeren Gesprächen mit den doch noch relativ unbekannten Pfadfindern aus den anderen Ländern. Außerdem nahmen wir den Senfhund Julia mit, der uns gestern Abend besuchte und seitdem überall hin mitfolgte. Ein Senfhund deswegen, weil eine Menge verschiedene Rassen íhren Senf dazu gegeben hatten. Da der Weg relativ weit und anstrengend war, liefen nur 6 von uns bis ganz ins Dorf und der Rest wurde aus Zeitgründen wieder mit dem Traktor abgeholt und zum Lagerplatz gebracht. Da war zu unserer Verwunderung ziemlich die Hölle los, denn wir lagerten an
einem kleinen Fluss der wohl ein beliebtes Ausflugsziel für das ganze Städtchen war. Relativ spät gab es an diesem Lagerplatz dann Mittagessen und danach Baden und Waschen für alle im Fluss, der ziemlich kalt war. Der Abend klang ziemlich entspannt aus und nach einem sehr, sehr späten Abendessen gingen alle, sowohl R/Rs als auch die Teenies sehr früh schlafen.

3. August 2006, Donnerstag

Sechs Uhr Früh ist ganz schön früh! Vor allem, wenn einem die Müdigkeit vom Wandern und/oder der Nachtwache noch in allen Knochen steckt. Aber wir müssen den doofen frühen Zug erwischen. Zitat: "Jeder Zug, den wir bis jetzt nehmen mussten, hat dazu geführt, dass wir ganz früh aufstehen mussten." Die Zugfahrt war diesmal etwas kuschliger, weil alle sitzen konnten. In Prilep ist fürs erste Schluss, denn wir wollen die Stadt besichtigen. Leider haben die Döner, wie wir unsere Gastgeber inzwischen liebevoll nennen (Mazedonier), eine etwas andere Definition von Stadtbesichtigung als wir und wollen uns als erstes - mal wieder - auf einen Berg scheuchen. Aber in der Mittagshitze haben wir nicht schon wieder Nerven für eine Bergtour und hocken uns lieber gemütlich in den Stadtpark von Prilep. Dieser ist leider nicht wie von uns eigentlich erwartet auf einem Berg ;) sondern nur auf einem Hügel.
In diesem Gott sei Dank ziemlich schattigen park sitzen wir die nächsten drei Stunden, faulenzen vor uns hin und genießen das bestellte und vom Taxi gebrachte (für uns doch eher ungewöhnlich) Mittagessen...Dönerburger!
Anschließend geht es nochmal in die "City" um den Basar anzuschauen, Eiscafé zu trinken und gemütlich wieder zum Bahnhof zu laufen. Etwa 1,5 Stunden dauert die Fahrt nach Bitola, wo wir von den slowakischen Pfadfindern kurz begrüsst werden. Leider warten sie auf ihren Zug Richtung Skopje, weshalb wir leider nicht viele Worte wechseln können.
Mit dem Bus geht es für uns weiter, eine halbe Stunde hinauf in die Berge bis ins Dörfchen Nicepole am Fuß des Pelister, den wir morgen besteigen wollen.
Wir müssen uns mit dem Zeltaufbau ziemlich beeilen, weil es schnell dunkel wird, aber fast pünktlich ist alles geschafft. Nach dem Abendessen gibt es noch die Infos für morgen, damit sich morgen alle entscheiden können ob sie lieber mit auf den Berg wollen, oder einen gemütlichen Tag im Lager vorziehen.
Ziemlich früh fallen wir ins Bett und schlafen gut, wenn auch nicht die ganze Nacht am gleichen Platz, denn es ist so uneben, dass wir alle ziemlich im Zelt rumkullern.

4. August 2006, Freitag


Wir werden um 8 Uhr geweckt und ich fühl mich zum ersten Mal auf dieser Fahrt nicht mehr todmüde. Gute Vorraussetzungen für die Tour auf den Pelister. Aber davor steht noch eine Entscheidung auf nüchternen Magen, nämlich, wer überhaupt mitkommt, den langen und wohl ziemlich steilen Aufstieg in der Mittagshitze auf sich nimmt und dafür dann aber mit dem Blick auf einen Gletschersee und einer tollen Aussicht auf den Prespasee belohnt wird. Oder wer lieber im Lager bleibt, den Tag ruhig angehen lässt, in Ruhe sich und seine Klamotten wäscht und sonst macht, wozu er so Lust hat. Fünf sind es insgesamt, die den Gipfel stürmen wollen und sich nicht von den Beschreibungen der Mazis erschrecken lassen.
Nach dem Frühstück geht es los. Wir sind ausgestattet mit riesigen Sandwichs, ausreichend Wasser, Sonnencreme, Bikini und Handtüchern, dem Fotoapparat und dem Nötigsten für kleine Verletzungen. Gemeinsam mit fünf Mazedoniern und drei Franzosen brechen wir um 10 Uhr auf und schon jetzt brennt die Sonne herunter. Es ist anstrengend über Stock und Stein zu stolpern und ich bin nach wenigen hundert Metern so am japsen, dass ich mir ernsthaft überlege umzukehren, solange ich den Rückweg noch kenne und bevor ich den anderen zur Last falle. Aber Gott sei Dank habe ich dazu keine Gelegenheit und marschiere tapfer weiter. Schon wenig später geht es leichter, der Weg wird etwas flacher und über die Schultern sieht man unten das Dorf und unser Zeltlager.
Wir laufen durch Dornengestrüpp und an kleinen Büschen vorbei und stellen fest, dass wir hier oben keineswegs alleine sind. Es wimmelt nur so von Heidelbeerpflückern für die unsere anstrengende Wanderung der tägliche Weg zur Arbeit ist. Mit einem von ihnen unterhalten wir uns kurz und dürfen jeder eine Hand voll Beeren probieren. Sie sind reif und süß und zumindest mein Tempo verringert sich von da an, weil ich jetzt immer wieder rechts und linkt ins Gestrüpp fasse um mir noch mehr Beeren zu pflücken. Viele der Pflücker haben Ponies oder Esel für den Transport ins Tal dabei und noch etwas weiter oben kommt uns auf dem kurvigen, steilen Weg eine richtige kleine Ponykarawane entgegen, abenteuerlich bepackt und beladen trippeln sie den Pfad hinunter und ihre Reiter sind mehr damit beschäftigt, sich festzuhalten, als ihre Tiere zu lenken. Weiter geht es an drei kleinen Schneefeldern vorbei und hinter jeder Kuppe vermuten wir den See, bis es schließlich nach guten drei Stunden soweit ist. Vor uns liegt dunkelblau der Gletschersee. Darin baden wie eigentlich vorgehabt wollen wir nicht mehr, denn hier oben ist es inzwischen nicht nur kühler, sondern saukalt. Eine halbe Stunde sitzen wir in der Berghütte. essen unsere Sandwichs und trinken Kräutertee während uns einer der Mazis von dem mazedonischen Bergsteiger erzählt, der auf dem Mount Everest verunglückte und dessen Bilder in der Hütte hängen. Nach dieser kurzen Brotzeitpause geht es weiter bis (fast) ganz auf den Gipfel. Dort sitzen wir dann in der Wiese und genießen die atemberaubende Aussicht über den Prespasee, der unser Ziel für morgen Abend ist.
Aber auch hier wollen die Döner leider nicht lange verweilen und drängeln wieder runter ins Tal. Wir wissen nicht, warum wir so einen Stress machen müssen, denn es ist noch ziemlich früh und wir sind gut in der Zeit…aber naja. Wir sehen eine klitzekleine Schlange auf dem Weg und beschließen schließlich, dass wir den Mazedoniern einfach sagen Hoerbys Knie ist kaputt (das ist nicht ganz unglaubwürdig, schließlich ist er vorhin wie ein kleiner verrückter Kobold einen supersteilen Weg runtergehopst) und wir brauchen eine Pause, sie sollen ruhig schon mal vorgehen.
Über eine halbe Stunde sitzen wir auf einem großen Felsen, blödeln rum, machen Fotos und sehen, wie die anderen Pfadis immer kleiner werden und uneinholbar weit gekommen sind. Als wir uns wieder auf den Weg machen lassen wir es ruhig angehen, pflücken Blaubeeren und waschen uns schließlich noch an einer Quelle.
Laut singend, gut gelaunt und unglaublich albern kommen wir gegen 17 Uhr am Lager an.
Die anderen sind noch in der Stadt wo sie den Nachmittag Pizza essend und Schiffschaukel fahrend verbracht haben. Aber auch sie trudeln nach und nach ein und David und Michi machen sich ans Kochen. Denn heute sind wir dran und es wird Schinkennudeln geben.
Nach dem reichlichen Abendessen mit etwas pappigen aber sehr leckeren Schinkennudeln geht es für viele direkt ins Bett. Ganz früh mit dabei sind Laura und ich, denn wir haben heute Nach Feuerwache, von 3 Uhr bis um 6 Uhr.
Die erste Schicht bis dahin haben Michi L und David, die gleich am Feuer sitzen bleiben.
Punkt drei wecken sie uns und wir machen uns noch nicht ganz wach und frierend ans Werk.
Die nächsten drei Stunden sind ziemlich gruselig. Dass es hier in der Gegend ein Wolfsrudel gibt, was in den letzten Wochen mehrere Pferde gerissen hat beruhigt uns nicht gerade und wir sind dankbar für den Zaun auf der einen Seite des Lagerplatzes und für den Flutlichtstrahler, der uns doch etwa 150 Meter weit sehen lässt.
Als eine Stunde später tatsächlich im Nachbardorf die Pferde anfangen zu schreien, die Hunde zu bellen und ab und zu ein seltsames Jaulen ertönt wird jeder Rundgang um das Lager zur Mutprobe und ein Gang zum Pinkeln außerhalb des Lichtkreises fast unmöglich…
Aber irgendwie vergehen die drei Stunden. Als es beginnt hell zu werden hört der Lärm im Nachbardorf auf und wir lenken uns noch ein bisschen ab indem wir uns über der Glut Brot rösten und mit Margarine und Salz zu einer Art Knoblauchbutterbrot-Ersatz verarbeiten.
Um 6 Uhr kriechen wir noch mal in unsere Schlafsäcke. Keine Minute zu früh, denn es beginnt kurz darauf aus Strömen zu gießen. Gut, dass wir die Wäsche nicht noch wie geplant zum Fertigtrocknen aufgehängt haben.

5. August 2006 Samstag

Es gießt aus Strömen und wir stellen uns einfach tot und hoffen, dass es aufhört oder zumindest weniger wird, wenn wir aufstehen müssen.
Der Trick funktioniert und als wir um 8 Uhr aufstehen tröpfelt es nur noch leicht. Wir halten uns nicht lange mit Frühstück auf, sondern packen gleich zusammen und bauen die Zelte ab. Als wir fertig sind wartet der Bus bereits, der uns nach Bitola und heute Abend an den Prespasee fahren wird.
Die Busfahrt in Schlangelinien den Berg hinunter macht Spaß und auch die Sonne ist inzwischen rausgekommen. In Bitola halten wir erstmal an einer Bäckerei und Nikscha steigt mit ein paar Leuten aus um unser Frühstück einzukaufen. Wir sind gespannt, was es geben wird, denn die dreieckigen Päckchen und die Weißen Flaschen verraten nicht viel.
Der Bus bringt uns direkt zur Ausgrabungsstätte von Heraclea Lyncestis, der größten in ganz Mazedonien, die wir heute Vormittag besichtigen werden. Aber erstmal wird auf der schattigen Terrasse gefrühstückt. Das Überaschungsmenü entpuppt sich als Burek, eine hackfleischgefüllte Pastete und Buttermilch. Es schmeckt uns allen sehr gut, auch wenn wir es nicht gewöhnt sind so herzhaft und…naja…fettig zu frühstücken, was uns umso mehr wundert, weil sich die Mazedonier bei den Schinkennudeln gestern Abend über das „Mächtige“ Essen beschwert haben. Nach dem Frühstück beginnt unsere Führung.
Sie findet in Englisch statt und Laura übersetzt alle paar Sätze ins Deutsche, damit auch wirklich alle etwas von der Ausstellung haben. Was wir zu sehen bekommen ist sehr interessant. Vor allem, weil man ganz nach an die Gebäude etc herankommen. Absperrungen oder ähnliches sucht man hier vergebens. Wir laufen auf den Mauern der Gebäude und bestaunen so die Therme, das Gerichtgebäude, zwei Basiliken, ein besonderes Taufbecken, zwei Wunderschöne, riesengroße und fantastisch erhaltene Mosaiken und das antike Theater. Leider ist es in der Sonne wahnsinnig heiß und ein schattiges Plätzchen gibt es auf dem Gelände nicht, sodass keiner so lange verweilt, wie er eigentlich gerne würde. Erst in dem kleinen Museumsraum ist es etwas kühler.
Nach der Besichtigung geht es wieder per Bus ins Zentrum von Bitola, wo wir Freizeit haben, bis wir uns um 14.45 Uhr alle gemeinsam treffen und essen gehen.
Wir R/R verbringen unsere Freizeit damit die zwei Tage fahrt zu planen, die wir von den Mazedoniern erbeten haben und sitzen dazu in einem kleinen Café.
das Mittagessen im Restaurant ist sehr lecker, aber nochmals sehr reichhaltig. Es gibt als Vorspeise einen gemischten Salat, als Hauptgericht einen gegrillten sehr würzigen Hackfleischfladen mit zwiebeln und Pommes und dazu Weibrot, das in eine Art knoblauchwassergedippt wird und fantastisch frisch schmeckt. Den Nachtisch bildet die Geburtstagstorte von Kurty…
Nach dem Essen vergnügen sich noch mal alle eine Stunde in Kleingruppen in der Stadt, bevor es wieder zum Bus und in diesem in ungefähr einer Stunde Fahrt zum Prespasee geht.
Dort angekommen machen wir es uns auf einem kleinen Lagerplatz unterhalb einer Kapelle und einer Quelle gemütlich, deren Wasser dem Münchner durchaus Konkurrenz machen kann und von uns sehr genossen wird.
Das Zelt aufbauen geht leider nicht ganz so zügig, wie wir das gerne hätten. Denn ein paar hundert Meter entfernt lockt der glitzernde See und die Mazedonier und Franzosen sind schon unterwegs dorthin. Eigentlich kann ich diese Plastikzelte nicht ausstehen, aber gerade finde ich sie gar nicht so schlecht ;)
Das Baden selbst wird noch ein kleines Abenteuer, denn wir nehmen die Anweisung „Richtung See und dann noch ein Stückchen links zu genau und hüpfen beim ersten Strand, der uns begegnet ins Wasser. Die Mazedonischen Mädels, die uns nach 10 Minuten folgen können sich vor lachen kaum halten und klären uns auf, dass der eigentliche Strand, welcher diesen Namen im Gegensatz zu dem Schlammloch in dem wir gerade stecken wirklich verdient noch ein paar hundert Meter weiter links liegt. Und wir dachten schon wir hätten derartig unterschiedliche Definitionen von „Wunderschöner Strand“.
Der Eigentliche Strand ist wirklich schön und hat von Sand über Sonnenschirme bis zu einer Strandbar alles, was man sich nur wünschen kann.
Glücklich planschen wir im Wasser und waschen uns erstmal ausgiebig.
Wieder zurück gibt es Abendessen und im Anschluss einen Singeabend bei der Kapelle. Es geht laut und lustig zu, aber ich gebe um 2 Uhr auf und krieche in meinen Schlafsack, denn morgen beginnt unsere Minifahrt und da will ich fit sein.

6. August 2006, Sonntag

Heute ist unser erster Fahrttag. Naja, also der erste Tag unserer Minifahrt. Wir wollen 2,5 Tage ohne die Mazedonier und ohne Franzosen losziehen und wenigstens im kleinen das erleben, was wir eigentlich geplant hatten, nämlich auf Fahrt zu gehen, uns einfach treiben lassen, morgens noch nicht zu wissen, wo man abends schlafen wird, hinter jeder Ecke ein Abenteuer zu erwarten…
Wir stehen verhältnismäßig früh auf, packen zusammen, bauen die Zelte ab und frühstücken noch mit den anderen. Dann geht es los. Erstmal bis ins nächste Dorf um dort Obst und Getränke einzukaufen, von dort dann runter an den See, naja, zumindest so nahe es eben geht. Der See ist nämlich von einem sehr breiten Schilfgürtel umgeben, in dem zahlreiche Vogelarten brüten. Wir sehen zwei Reiher auffliegen, ganze Schwärme von kleinen blauen Schmetterlingen und überall eine seltsame Pflanze mit gelben Blüten. Nach einer guten Stunde lassen wir uns im Schatten einiger Büsche nieder und essen zu Mittag. Es gibt lustiges Lochbrot, sehr leckere Salami, Thunfisch und verschiedene Leberwurstähnliche Pasteten. Anschließend gibt es für alle satt und zufrieden Mittagspause. Die einen schlafen die anderen köpfen Schafe, als plötzlich ein riesiger seltsamer Käfer über die Isomatte läuft. Angeekelt und fasziniert versuchen wir ihn zu fotografieren, aber er ist zu flink und verbuddelt sich plötzlich einfach wieder im Sand.
Nach der Pause geht es weiter. unser Ziel ist der Campingplatz in Krani, direkt am See, wo wir heute die Nacht verbringen wollen. Aber bis dahin ist es noch ein Stückchen zu gehen, ein Bach ist zu überqueren und der kleine Hund, der uns schon seit 2-3 Kilometern nachläuft ist a auch noch zu verscheuchen.
Als wir den Campingplatz erreichen sind alle etwas erschöpft, aber vor allem erstaunt. Erstaunt über den Campingplatz. Mit dem was wir Westeuropäer unter einem Campingplatz verstehen ist das hier nicht zu vergleichen. man sieht noch, dass er vor 30-40 Jahren, als er geplant und gebaut wurde ganz nett war. Es gibt einen Spielplatz, einen kleinen Supermarkt, ein Restaurant, Zeltplätze, festinstallierte Wohnwagen und auch kleine Bungalows. Aber das alles hat seine beste zeit bereits hinter sich und ist alt und kaputt. Vor allem über die „Sanitären Anlagen“ können wir nur traurig den Kopf schütteln. Kein Wunder, dass die meisten es vorziehen im Nahe gelegenen Wäldchen ihr Geschäft zu verrichten.
Während wir einkaufen, kochen und die Zelte aufbauen wird es langsam dunkel. Wir sitzen um unser Minifeuerchen und futtern Nudeln mit scharfer Tomatensauce und Schafskäse. Nach dem Essen fallen alle relativ früh ins Bett. Es wird zwar noch abgespült und geratscht, aber nicht mehr sehr lange…denn alle sind ziemlich müde.

7. August 2006, Montag

8.30 Uhr: Leider hat das mit dem Wecken heute früh nicht so einwandfrei geklappt, wie es Laura und Michi L geplant haben. Es sollte schon um 8 geweckt werden und dann für jeden die Möglichkeit geben gleich aufzustehen und stressfreier zu packen, oder noch etwas zu dösen und dann ranzuklotzen. Leider hat Olli der wecken sollte gar keinen Wecker und so geht der Plan leider etwas schief. Keiner döst, alle packen. Nach dem Frühstück bei dem alle Notvorräte verzehrt werden brechen wir auf, lassen uns allerdings schon am Ausgang wieder nieder weil Laura und Michi L beim Abmelden und bezahlen kein leichtes Spiel haben und etwas länger brauchen. Der Rezeptionist kann kein Englisch, geschweige denn Deutsch und wir können kein Mazedonisch. Er will aber plötzlich viel mehr Kohle als gestern ausgemacht. Aber unsere beiden Orga-Oger bleiben hart und zeigen so lange auf den vereinbarten Preis bis der Mensch vom Empfang aufgibt. Wieder einmal ein Sieg für die Hartnäckigkeit.
Mit Sack und Pack geht es weiter der Landstraße entlang nach Asamati, laut Karte eine größere Ortschaft direkt am See, in der wir unser Mittagspause einschließlich einkaufen, schwimmen und faulenzen verbringen wollen. Leider ist die Ortschaft doch nicht so groß wie erwartet und der kleine Laden erst recht nicht. Also machen sich Hoerby und David dankenswerterweise auf den Weg zurück nach Krani um dort für das Abendessen und den Brunch am nächsten Tag einzukaufen und um wieder einmal Geld zu wechseln.
Wir anderen genießen derweil eine leckere Brotzeit und machen es uns an einem schattigen Spielplatz gemütlich. Nach dem Essen wird gedöst, Gitarre oder eine Partie Schafkopf gespielt. Und natürlich stürzen sich die Teenies noch in die Fluten des Prespasee.
Gegen 17 Uhr geht es weiter. Wir wollen noch einen netten Platz für die Nacht finden und es uns dort heute mit einem tollen Singeabend so richtig gemütlich machen. Nach etwa zwei gelaufenen Kilometern treffen wir an einem Feld einige mazedonische Bauern. Eigentlich wollen wir nur fragen ob sie einen Tipp haben, wo wir die Nacht verbringen wollen, aber sie laden uns kurzerhand mal wieder auf den Anhänger ihres Traktors und so werden wir die nächsten zwei Kilometer bis ins Zentrum eines Dorfes mit leider unaussprech- und unmerkbarem Namen gefahren. Dort angekommen ist bald das ganze Dorf zusammengelaufen um die „German Scouts“ zu bestaunen. Ein Junger Musiker bietet sofort seine Hilfe beim dolmetschen und Unterkunft suchen an und David geht mit ihm erstmal zur „alten Schule“ um zu fragen ob wir nicht vielleicht dort nächtigen können. leider ist der Verantwortliche nirgends aufzutreiben und wir nehmen nach kurzer zeit mit dem Bolzplatz der Stadt vorlieb.
Dieser ist ziemlich zugewachsen und es wurde auch schon länger nicht mehr darauf gekickt, aber wir fühlen und gleich ziemlich wohl und beginnen mit den Vorbereitungen für die Nacht. hoerby und David beginnen mit zwei Assistenten zu kochen, der Rest verschwindet im Nahe gelegenen Walnusswäldchen um holz für die Kohten und das Feuer zu suchen.
Leider erreicht uns mitten in den Vorbereitungen die Nachricht, dass wir den Bolzplatz wieder verlassen müssen, weil in der Nacht eine große Schafherde mit ihren Hunden auf diesen Fußballplatz kommen wird. Da mit diesen laut Angaben der Dorfbewohner nicht zu spaßen ist beschließen wir umzuziehen und zwar auf den Hügel zu dessen Fuß wir noch sind. Dort oben steht eine neu erbaute Kirche und das hell illuminierte Stahlgerüstkreuz – der ganze Stolz des Dorfes. Aber
nicht nur, dass wir auf geweihter Erde schlafen sollen…weitere Annehmlichkeiten sind ein Holzpavillion in dem wir kochen und Essen, eine Quelle mit Trinkwasser an der man sich auch wunderbar waschen kann, Plumpsklos und einige Holztische und Bänke für Ausflügler.
Nach dem königlichen Essen (es gibt Hähnchenkeulen, dazu Nudeln mit Speck-Zwiebel-Sauce und gemischten Salat) bauen wir die zelte fertig ab und bereiten alles für einen Singeabend vor bei dem wir heute sicher nicht alleine sind. Seit wir hier sind besuchen uns schon neugierige Dorfbewohner, unterhalten sich mit uns, beantworten unsere Fragen, probieren Tschai und spielen uns ihre Lieder auf der Gitarre vor. Der Singeabend ist lang und lustig und laut…und endet für mich erst, nachdem ich zum dritten Mal am Feuer eingeschlafen bin und aufgebe.

8. August 2006, Dienstag

*Aufwach* – *blinzel* – *gähn* – *weiterdös*! für uns R/Rs beginnt der heutige Tag mit Ausschlafen, denn die Sipplinge oder Teenies (auf diesen Namen haben wir uns für die Fahrt geeinigt) machen uns heute Frühstück…naja eher einen Brunch. Und während die 6 fleißig Rühreier Rühren und Brot schneiden stehen wir gemütlich auf, waschen und freuen uns aufs Essen. leider ist das alles nicht ganz so einfach, denn wir haben kaum noch Benzin im kochen und die Köche müssen wirklich überlegen, wie sie das jetzt managen. Aber alles läuft super und nachdem Michi L und Olli noch mal im Dorf waren um Benzin zu besorgen gibt es pünktlich zum Frühstück sogar noch Kaffee.
Frisch gestärkt machen wir uns um kurz nach zwei auf den weg runter ins Dorf um dort den Bus nach Resen zu nehmen. Da wir etwa fünf verschieden Aussagen von „Bus? Welcher Bus?“ bis hinzu „der kommt so zwischen drei und vier“ haben machen wir es uns an der Hauptstraße gemütlich und warten auf den Bus. Als wir schon fast aufgeben wollen und ein erstes Taxi bestellt haben kommt der Bus doch noch. Schnell sind alle Rucksäcke verstaut und ab geht die Post. In Resen angekommen müssen wir erstmal herausfinden, wann und wo der nächste Zug nach Ohrid fährt, aber viel Zeit bleibt uns nicht, denn wir sitzen nach 10 Minuten schon wieder in einem – diesmal etwas volleren – Bus.
nach einer Stunde Fahrt durch die Berge, die ich leider ziemlich vollständig verschlafe sind wir in Ohrid. Zu Fuß wandern wir durch die Innenstadt zum Pfadfinderzentrum und wissen schnell, was diese Stadt von den bisher gesehenen unterscheidet. Es gibt hier so eine Art Tourismus, auch wenn es hauptsächlich Mazedonische Touristen sind.
Nach circa einer Stunde Fußmarsch (der Faktor, mit dem man mazedonische zeit- und Entfernungsangaben multiplizieren muss wurde von uns auf 7,19 festgelegt) kommen wir am Pfadfinderzentrum an und sind erstmal erstaunt. Wir haben erwartet ein großes Haus mit Zeltplatz vorzufinden…so in der Größenordnung O-Hof vielleicht, aber was wir vorfinden ist ein ausgewachsener Campingplatz! Wir werden von den mazedonischen Pfadis begrüßt, die fast ein wenig enttäuscht scheinen, dass wir auch ohne sie keine Probleme und ziemlich viel Spaß hatten. Als erstes geht es für uns alle erstmal zum Essen in die Kantine des Campingplatzes…Es gibt kalte, ungesalzene, viel zu weiche Spaghetti mit einer undefinierbaren Sauce (wenigstens ist sie warm) in der noch undefinierbarere Fleischbällchen schwimmen. Aber wie man so schön sagt: „Der Hunger treibt’s rein“ und alle Teller sind tatsächlich erstaunlich leer.
nach dem Essen haben wir nur eine Stunde Zeit um uns zu Duschen, denn aus irgendeinem – für uns nicht nachvollziehbaren - Grund werden die Duschen auf dem Campingplatz um 21 Uhr abgeschlossen und sind dann nur noch für das Personal zugängig. Mit dieser Information im Hinterkopf schaffen wir es unsere beiden Kohten in Rekordverdächtigen 20 Minuten aufzubauen und feiern danach eine ausgiebige Duschparty. Es ist unvorstellbar wie sehr man sich über eine – noch dazu eiskalte – kaputte, dreckige Dusche freuen kann. Für uns ist sie gerade so eine Art kleines Paradies.
Nachdem wir alle wunderbar sauber sind und gut riechen ist der Abend zur freien Gestaltung jedem selbst überlassen. Unsere Organ hat ein längeres Gespräch mit Hoerby und David, ich bringe den Teenies „Mäxchen“ bei, Michi H und Olli sitzen bei den Mazedoniern…

9. August 2006, Mittwoch
Wir stehen mit der Hoffnung auf, dass man an einem Frühstück sicher nicht besonders viel falsch machen kann, denn wir haben Hunger. Es gibt – mal wieder - Weißbrot
Abends Fahrtenabschluss essen in einer Pizzeria, dazu Butter, Honig und eine Marmelade, die nur die wenigsten probieren. Gott sei Dank haben wir noch unsere Schokoschmiere und so werden doch alle einigermaßen satt. Für heute Mittag bekommen wir jeder ein Lunchpaket mit, bestehend aus zwei weißen Brötchen (eines davon bereits mit Käse belegt, Pastete, Fleischwurst in der Dose, einem harten Ei, einer Tomate und einem Pfirsich. Diese Lunchpakete und unsere Schwimmsachen verstauen wir nach dem Frühstück in zwei Rucksäcken und machen uns mit den Mazedoniern und Franzosen auf den Weg zum Hafen, wo unser Ausflugsschiff um 10.00 Uhr ablegen wird. Wir gehen diesmal ein großes Stück des Weges ins Zentrum am Strand entlang und wundern uns immer wieder über den vielen Müll, der überall rumliegt.
Auf unserem Schiff machen wir es uns erstmal richtig gemütlich und ich verziehe mich mit Hoerbys Fotoapparat bewaffnet an Deck. Das Wetter ist traumhaft und die Aussicht wunderschön. Hinter uns liegt Ohrid, am Ufer entlang zahlreiche Hotels und Ferienhäuser und am anderen Ufer ist schon Albanien. Das Wasser ist unglaublich klar und blau und man bekommt Lust sofort hineinzuspringen!
Nach einer guten Stunde sind wir an unserem Ausflugsziel angekommen: Das Kloster St. Naum ist DIE Touristenattraktion am Ohridsee.
Auch wir steigen als erstes zum Kloster hinauf, genießen die tolle Aussicht und lauschen den Mönchsgesängen, die die Besichtigung des Geländes eindrucksvoll untermalen.
In der Kirche liegt in einem Steinsarkophag der heilige St. Naum, der Gründer des Klosters, begraben. Die Legende sagt, dass man sein Herz immer noch schlagen hören kann, wenn man sein Ohr an den Stein legt. Wir probieren es aus und – es klappt tatsächlich.
Anschließend besuchen wir noch eine kleine Kirche am Fuß des Klosterhügels hinter der aus einer Quelle heiliges Wasser fließt. Angeblich heilt es so gut wie alle gebrechen, wenn man drei Schlucke davon nimmt und sich sein Gesicht damit reinigt. Selbstverständlich versuchen wir auch das…heiliges Wasser schadet schließlich nie.
Im Anschluss an die Besichtigung der Kirche ist Freizeit angesagt. Wir genießen zunächst gemeinsam unser Mittagessen am Strand, bei dem wirklich interessante Sandwichzusammenstellungen geboren werden. Anschließend splitten auch wir uns in kleiner Grüppchen auf. Während Laura und ich zunächst am Strand hocken bleiben planschen die Teenies im See, einige bummeln an den Ständen entlang, an denen es Getränke, Eis uns Souvenirs zu kaufen gibt, wieder andere trinken im Restaurant den schon fast als offizielles Mazedonien-Großfahrt-Getränk anerkannten Eiskaffee. So vergeht der Nachmittag und um 16 Uhr geht unser Schiff zurück.
Auch die Rückfahrt ist ein tolles Erlebnis. Wir hocken kreuz und quer verteilt auf dem Sonnendeck und blinzeln in die Sonne oder dösen vor uns hin.
Wieder in ohrid angekommen geht es in gemütlichem Tempo durch die Altstadt und zurück zum Campingplatz. unterwegs lassen wir uns ein paar Tipps geben, wo wir heute Abend Essen gehen können. Denn weil Michi H. Hoerby und Christopher ja morgen schon fahren und wir nicht unbedingt öfter als nötig am Campingplatz essen wollen werden wir heute Abend unser Abschlussessen haben.
Im Lagerhaben wir zwei Stunden um uns frisch zu machen und tingeln dann wieder in die Stadt.
Wir lassen uns in einer gemütlichen Pizzeria direkt am Hafen nieder. Die Pizzen sind groß und schmecken sehr gut, was man von den beiden Ohrid-Forellen, die wir für alle zum Kosten bestellt haben leider nicht behaupten kann. Als Entschädigung gibt’s zum Nachtisch ein Eis. Aber alles in allem haben wir einen sehr netten Abend. Wir sind erst spät wieder im Lager und die Teenies gehen gleich ins Bett. Wir R/Rs setzen uns noch ein wenig an den Strand, bleiben aber auch nicht mehr ewig auf.


10. August 2006, Donnerstag
Als wir aufwachen gießt es draußen in Strömen! Eigentlich ist für heute eine ausführliche Stadtbesichtigung geplant, aber zu der kann uns unser GPS-Tomtom nach dem Frühstück nicht motivieren. Die meisten legen sich noch mal hin oder funktionieren den Speisesaal in eine Spielhalle um.
Nur Hoerby , Christopher, David und ich fahren mit dem Taxi in die Stadt. Wir müssen noch Postkarten schreiben und wann wenn nicht an so einem Tag. Wir kaufen fast vierzig Postkarten und suchen uns dann ein Café in dem wir erstmal alle eine heiße Schokolade bestellen und schreiben uns die Finger wund.
Nach fast zwei Stunden sind wir fertig und laufen noch etwas in der Altstadt herum. Da wir das Mittagessen am Campingplatz verpasst haben suchen wir uns hier ein klitzekleiner Lokal und bestellen einfach mal, was interessant klingt. Letztendlich haben wir alle vier fast das selbe: Gemischten Salat, in dem Weißkohl die Hauptrolle spielt , gekrönt von einer höllisch scharfen Peperoni, Pommes und gegrilltes Fleisch, einmal in Hackfladen-, einmal in Hackröllchen und einmal in ungehackter Form. Nachdem wir auf der Post noch mit Händen und Füßen redend die nötigen Postkarten gekauft haben fahren wir wieder zum Scoutcenter.
Dort geht es recht gemütlich zu und die meisten sitzen in unseren Kohten, ratschen, spielen Gitarre oder dösen vor sich hin. Noch einmal bekommen wir das Angebot trotz Regen in die Stadt zu fahren, aber der graue Himmel lässt uns unsere gemütlichen Zelte vorziehen. Und so vergeht auch der Nachmittag: schlafen, dösen, Mäxchen spielen, Erdnüsse knabbern etc
Vordem Abendessen schließlich verabschieden wir Hoerby, Michi H. und Chrisopher, die mit dem Taxi zum Bus und mit dem Bus nach Skopje fahren, wo sie morgen wieder nach München fliegen.

Hoerby:
Kurz nach 14:00 Uhr waren wir vier dann mit dem Taxi wieder am Campingplatz dort erfuhren wir das wir in dem Bus um 15:30 Uhr keinen Platz mehr bekommen haben und den um 19:30 Uhr nehmen mussten. Unsere Plätze waren reserviert und neben uns saß ein ehemaliger Jugoslawe der nach der Aufteilung von Jugoslawien Deutschland verlassen musste. Vor uns saß eine Familie wo die Kinder nur durch RTL2 deutsch gelernt hatten. Gegen 11:00 Uhr kamen wir dann in Skopje an. Der erste Taxifahrer wollte 5 € für die Fahrt ins Zentrum und ging dann runter auf 3 €. Beim zweiten handelten wir dann einen Preis von 200 Denar aus (sein Taxameter war kaputt). Im Scout Office angekommen hatten auf gar nichts mehr Lust und gingen schlafen.

Zum Abendessen gibt es einen seltsamen Brotfladen mit Ei und Hähnchenfleisch und wieder einmal danken wir dem Himmel für die Erfindung und Laura und David für das Mitnehmen ihres Gewürzrondells!
Nach dem Abendessen schließlich ist es soweit und wir wollen doch nicht länger in den Zelten hocken. Die Teenies machen sich mit Olli, Flo, ein paar Mazis und Franzosen zu Fuß auf den Weg in die Stadt, während David und ich uns einen Pärchenabend gönnen. Laura und Michi L. bleiben mit Sandra im Lager. Ursprünglich sollten sie dann in die Stadt fahren, wenn Olli und Flo mit der Truppe wieder da sind, aber da haben sie sich schon so an ihr Kuschel-AG gewöhnt, dass sie doch im Lager bleiben.


11.. August 2006, Freitag

Hoerby:
4:00 Uhr aufstehen - 4:45 Uhr geht das Taxi zum Flughafen - 6:00 Uhr Abflug nach Belgrad - 7:00 Uhr Landung in Belgrad - 9:30 Uhr Weiterflug nach München - 11:30 Uhr Landung in München - Christopher, Michi H. und hoerby werden am Flughafen von Christophers Mutter abgeholt.

Für uns beginnt der Tag erst später! Wir stehen auf, waschen uns und wollen Frühstücken…nur leider gibt es heute Omelette. Das ist nicht nur vor fett triefend, kalt und eklig, sondern auch noch halb roh, so dass nur die wenigsten von uns etwas davon runterbringen. Deshalb beschließen wir uns heute ein zweites Frühstück zu gönnen und Laura läuft während wir anderen packen in die Stadt zum nächsten Bäcker. Als sie wiederkommt sind die Zelte schon abgebaut und die Planen zusammengelegt, die Rucksäcke gepackt und ordentlich aufgereiht, so dass wir uns gemütlich hinsetzen, unser zweites Frühstück genießen und den anderen beim abbauen und aufräumen (was wie gewohnt etwas langsamer und chaotischer zugeht als bei uns) zusehen. Danach ist bis um 13 Uhr Freizeit angesagt. David und Michi L. leihen sich einen kleinen Katamaran aus und segeln damit über den See, wir anderen gehen schwimmen und genießen anschließend eine heiße – nicht warm, sondern heiß – Dusche!
Um 13 Uhr gibt es Mittagessen und direkt danach werden wir von zwei Vans angeholt, die uns in ca. 1,5 Stunden an den Mavrovo-Stausee fahren.
Dort angekommen beginnen wir unsere Zelte auf einen kleinen wilden Campingplatz aufzubauen. Wir tauschen mal die Rollen und während die Teenies das Nötige Holz besorgen knüpfen wir R/Rs die Planen, suchen einen passenden Platz und vertreiben uns die Zeit mit lustigen Schattenfotos. Es ist gar nicht so einfach im Haselnußdickicht, das den kleinen „Campingplatz“ umgibt passende Kohtenstangen zu finden, aber nach einer Weile stehen die Zelte trotzdem wie immer ziemlich passabel. Nun muss nur noch Feuerholz gesammelt und klein gehackt werden und das Lager ist soweit fertig. Relativ bald danach gibt es auch schon Abendessen, das die Mazedonier schon die ganze Zeit auf dem Kochfeuer neben unseren Kohten zubereiten. Es gibt Polenta und für viele von uns ist es die erste Polenta überhaupt. Wir bekommen sie als dicken Brei, der mit gebratenem Speck, Schafskäse, Ketchup und natürlich Gewürzen aus unserem Gewürzpuff aufgemotzt wird und eigentlich allen schmeckt.
Nach dem Essen ist Abspülen und den Tag ausklingen lassen angesagt.
Leider gehen die Mazedonier und auch die Franzosen, die sonst immer bis spät in die Nacht gesungen und gelärmt haben heute schon um halb elf ins Bett und so feiern wir deutsche R/Rs mit Etienne s einzigem Gast eher Still, aber doch ziemlich lustig in Davids Geburtstag rein. Aber trotz ihrer Ermahnungen singen wir um Mitternacht unkonventionelle Geburtstagslieder und lachen unglaublich viel über unglaublich schlechte Witze!


12. August 2006, Samstag
Heute gibt es mal kein Weißbrot zum Frühstück, sondern Cornflakes, was alle begeistert zur Kenntnis nehmen und ordentlich reinhauen…unsere Wölfis sind Anfänger gegen diese Scheunendrescher!
Für heute Vormittag ist ein langer Spaziergang am Stausee entlang zu einem Skigebiet geplant und – wie wir die Döner inzwischen kennen - sicher auch auf den zugehörigen Berg. Der Weg dauert etwa zwei Stunden und es gibt eine Menge lustiger und interessanter Dinge zu entdecken: eine mitten im See stehende Kirche aus deren Dach kleine Bäume wachsen, uralte Torbogen deren zugehöriges Haus schon lange nicht mehr steht, kleine Läden, schöne Häuser, ein kleiner Friedhof und so weiter. Am Skigebiet angekommen müssen wir doch etwas schmunzeln. Ein Ostfriese wäre vielleicht beeindruckt, aber ein Bayer. Wir geben uns Mühe uns nicht anmerken zu lassen, dass zwei Sessellifte für uns keine Sensation sind, verzichten aber auf den Weg rauf zum Gipfel und liegen lieber in der Sonne und trinken den obligatorischen Eiskaffee. Nach einer Stunde geht es denselben Weg zurück und da wir die Landschaft jetzt schon kennen ist Zeit für ausgiebiges Ratschen.
Wieder im Lager angekommen erwartet und ein superleckeres Mittagessen: es gibt eine Gemüsesuppe mit Fleischbällchen, dazu Salat und – kaum zu glauben – Vollkornbrot! Es hat zwar die gleiche Konsistenz wie das Weißbrot, aber eine deutlich andere Farbe und schmeckt zur Abwechslung mal wirklich anders!
Nach dem Mittagessen gehen alle schwimmen. Alle? Nein! Die „Großen Jungs“ sind zu feige und trauen sich nicht ins kalte Wasser und ich…ja, ich hab wenigstens eine Ausrede gefunden: ich schieß Fotos.
Alle sind wieder halbwegs trocken und ruhen in der großen Kohte, als ich mit Christians Buch schnappe und weil ich so lachen muss lese ich bald laut vor! Eigentlich wollte ich nur ein paar Seiten überfliegen, aber als ich fast drei Stunden später kurz vor dem Abendessen wieder aufhöre haben wir das Buch schon mehr als zur Hälfte gelesen und unser „Held“ ist schon eine ganze Weile in Australien. Da will er nämlich sein Leben wieder in den Griff bekommen was nur mäßig gelingt, dafür umso amüsanter geschildert ist.
Auch das Abendessen ist heute wirklich fantastisch! Es gibt eine Pampe aus gegrillten Paprika, Auberginen und Zucchini, gegrilltes Fleisch, Würstchen, Stampfkartoffeln mit Zwiebeln und sehr leckere Brote: sie sind mit Olivenöl beträufelt und mit Knoblauch und viel Parmesan (oder etwas ähnlichem) belegt! Das wird unbedingt mal kopiert. Nach dem sehr reichlichen Essen muss natürlich noch die Geburtstagstorte, die die Mazedonier David spendiert haben vertilgt werden. Aber Gott sei Dank sind die Tortenstücke, wenn man durch 30 teilt nicht mehr so riesig.
Nahtlos geht das Abendessen über in eine Art Singeabend-Party, die am Anfang noch ganz nett zu werden scheint, sich aber leider als Reinfall entpuppt! Schon ziemlich früh gehen wir alle frustriert ins Bett und ich bereue kein bisschen einen großen Teil des Abends damit verbracht zu haben den Teeniesweiter vorzulesen. Schade eigentlich…dabei war es doch unser eigentlicher Abschlussabend.

13 August 2006, Sonntag
Wir stehen heute supergemütlich auf und sind selber überrascht, wie schnell, problemlos und stressfrei das Zeltabbauen und packen geklappt hat. Lange vor allen anderen sind wir fertig und können so in aller Ruhe frühstücken und die Ankunft des Busses abwarten, der uns wieder nach Skopje bringt. Die Fahrt dauert etwa zwei Stunden, aber ich glaube nicht, dass irgendjemand von uns an diese zwei Stunden viel Erinnerung hat. Der ganze Bus schläft und als wir am Scout-Office im Zentrum von Skopje ankommen sehen alle dementsprechend zerknautscht aus.
Zügig tragen wir alle Sachen in das Büro und machen’s uns erstmal bequem. Die Mazedonischen Pfadis fahren jetzt erstmal heim. Wir treffen sie heute Abend in einer Bar zum Abschlussabend. Wir machen eine Stunde Mittagspause und beschließen dann – ziemlich hungrig – gemeinsam mit den Franzosen in das türkische Viertel zu gehen und dort wie am ersten Tag Riesenburger mit Pommes drin zu essen. Danach darf jeder machen, wozu er Lust hat. Manche schlendern noch mal über den Basar, Laura und ich suchen – leider vergebens – einen Supermarkt, der offen hat (Zitat Nikscha: „ Na klar hat am Sonntag alles offen!“) und sitzen schließlich bei Eistee in einem netten Cafe und sehen „Das fünfte Element“ auf stumm mit mazedonischen Untertiteln.
Nach und nach trudeln alle im Office ein und auch die bestellte Pizza kommt pünktlich. Also sitzen wir – wie am ersten tag – gemütlich auf dem Boden und verputzen Pizza mit wirklich abenteuerlichen Belagkombinationen.
nach der Pizzaparty geht’s gemeinsam in die Bar in der Nikscha für uns alle reserviert hat. Auch alle Mazedonier und Franzosen kommen. Es wird einlustiger Abend an dem noch viel geredet und gelacht wird. Wir sehen den Fashion-Channel auf dem hauptsächlich Bikini und Unterwäsche-Kollektionen gezeigt werden, was natürlich vor allem die Jungs freut. David hält eine kleine Dankesrede und wir überreichen unsere Gastgeschenke, über die sich alle sichtlich freuen und amüsieren.
Der Abschied von den Mazis, die uns noch ein Stück begleitet haben wird lang und gar nicht so einfach. Diesmal hatten wir doch wirklich mehr miteinander zu tun als auf dem Bundeslager! Wir bleiben ziemlich lang, denn da wir um 3.30 Uhr wieder aufstehen müssen lohnt sich das schlafen fast nicht mehr. David, Olli und ich legen uns trotzdem noch etwas hin und stellen fest, dass irgendein Teeny (die schlafen schon seit 23 Uhr) ziemlich schnarcht.


14. August 2006, Montag
Um 03:30 Uhr werden wir geweckt und zwar zeitgleich von Laura, Michi L und Flo und auch von Davids Handy, dass uns die Erdingerbräu-Werbemelodie vorspielt. Wir sind alle ziemlich verpennt und deswegen ist das zusammenpacken und aufräumen ein eher Schweigendes herumtapsen aber dennoch stehen eine Stunde später pünktlich alle bereit, als der Van uns abholen kommt. Niksha und Atze bringen uns zum Flughafen was mich ziemlich beruhigt. So ganz alleine ist mir das doch etwas unheimlich, zumal wir superspät dran sind. brav stellen wir uns am Schalter für den Check in an und siehe da. um 06:10 Uhr sollte unsere Maschine eingentlich starten. Um 06:15 Uhr sind wir endlich dran. Aber zum Glück wird das hier mit der Pünktlichkeit nicht so genau genommen und die Maschine wartet brav auf uns. Der Flug nach Belgrad verläuft völlig problemlos und dort angekommen haben wir vor allem eines: Hunger. Aberleider ist weit und breit nichts in Sicht, wo man etwas zu Essen bekommen könnte, das nicht Schokolade ist und in der Landeswährung bezahlt werden müsste.
Aber mir ist das eh erstmal gleich, denn während die anderen es sich im Wartebereich bequem machen stelle ich mich erstmal am Schalter für die Weiterflüge an und habe echt meinen Spaß. Die Gefühlskurve eines in dieser Schlange wartenden kann man etwa so beschreiben: Ungeduld – Geduld – Ungeduld – Verwunderung – größere Ungeduld – Gereiztheit – Verständnislosigkeit – Entsetzen – Empörung – Wut – Lethargie - Demut – Gelassenheit – Amüsement – Freude – und schließlich Euphorie! Denn was an diesem Flughafen geschieht muss ein von Gott gewirktes Wunder sein. Das hier in diesem Chaos tatsächlich Maschinen landen und starten und zwar mit Besatzung und Passagieren an Bord ist wirklich ein Wunder!
Ich freue mich über dieses Wunder und bekomme endlich unsere Boardingkarten ausgehändigt. Wir haben noch ein bisschen Zeit. Zeit zum Schlafen, Lesen, Lego Bauen, Spazieren gehen usw. aber schließlich ist es soweit und wir begeben uns zu Boarding, in der Hoffnung es gibt an Bord vielleicht was zu Essen. Unsere Hoffnung wird nicht enttäuscht und wir bekommen – endlich in der Luft wieder Sandwich, Waffel und Erdnüsse über die wir uns Hungrig hermachen.
Auch dieser Flug verläuft absolut planmäßig und wir landen pünktlich in München. Auch wenn wir gerne weg waren – es ist doch toll wieder daheim zu sein. Und vor allem: hier ist alles so neu und ganz und sauber! Um das alles zu genießen gehen wir erstmal alle aufs Klo, während wir auf unser Gepäck warten, welches vollzählig und ohne einen Kratzer ankommt. Wir machen noch einen Abschlußkreis bevor wir rausgehen und diese tolle Fahrt für uns zu Ende ist und ernten dabei so machen fragenden oder belustigten Blick…aber man gewöhnt sich ja bekanntlich an alles.
Dodos Eltern und Sandras Mama holen uns ab und nach dem obligatorischen Ankunftsfoto geht es für alle mit der S-Bahn nach Hause.
Fala Mazedonien!