World Scout Moot vom 25. Juli - 21. August 2010
in Kenia mit Nachtour

Eigentlich sollte hier jetzt ein supertoller Bericht stehen, aber auch nach einem halben Jahr kann ich nicht niederschreiben, was ich alles in den 4 Wochen erlebt habe. Es war eine komplett andere Welt, es war atemberaubend, erschreckend, grandios, unglaublich...
Aber immer wenn ich etwas darüber schreiben will, hab ich das Gefühl, ich lass die Hälfte unter den Tisch fallen. Deswegen folgt nun nur ein kleiner Bericht über den Ablauf, wer mehr wissen will, muss sich mal mit mir gemütlich zusammensetzen, dann erzähl ich gerne stundenlang.

Das Scout Moot ist ein alle 4 Jahre stattfindendes internationales Pfadfindertreffen, für alle RRs zwischen 18 und 25. Es war dieses Jahr 12 Tage lang in Kenia mit ca. 2000 Teilnehmern, der Hauptlagerplatz war in Nairobi, direkt angrenzend an Kibera, einen der größten Slums Afrikas und vermutlich auch der Welt (Schätzungen schwanken zwischen 500.000 und 3 Millionen Slumbewohnern).
Als Teilnehmer hatte man sich vorher mit 1 oder 2 weiteren Pfadfindern aus seinem Kontingent zu einem Zeltteam zusammengeschlossen. Dann wurden auf dem Lagerplatz die Zeltteams in international durchgemischte Gruppen mit je 50 Personen eingeteilt, so genannte „Units“. Ich war mit Nine (Barrakuda) und Lisa (Staufen) in einem Zeltteam und wir waren die einzigen Deutschen in unserem Unit, wir hatten noch Engländer, Norweger, Kenianer, Dänen, Luxemburger, Mexikaner, Araber, eine aus St. Helena,… bei uns. In diesem Unit tat man während des Moots alles gemeinsam: Kochen, Essen (vorzugsweise Ugali mit Kohl und Hähnchenknochen), Programm, Spaß haben, Zusammensitzen, Warten auf Busse und Programm (und das tat man sehr oft und sehr lange!). Man lernte sich also sehr gut kennen, tauschte sich über die Pfadfinderei und das Leben in der unterschiedlichen Ländern und über deren Kulturen aus, eine unvergessliche Erfahrung, die ich auf dem Jamboree damals ein wenig zu kurz gekommen empfand, da man da immer in seinem deutschen Troop zusammen war.
Während des Moots war man 4 Tage auf einem von drei anderen Lagerplätzen, unser Unit war in Kayaba nahe des Mount Kenyas (den wir allerdings nicht einmal zu Gesicht bekamen :/).
Das Programm war bunt gemischt, man bastelte, baute Zäune, pflanzte Bäume, machte Ausflüge und Wanderungen, lernte etwas über die traditionelle Lebensweise in kenianischen Dörfern, streichte Schulen und sprach und spielte mit den Schülern (sie hatten teilweise noch nie Weiße gesehen), machte eine Walking-Safari (=Zoo in Kenia), oder …

Die Zeit vom Moot ging somit unglaublich schnell vorbei und es fiel schwer, sich von den neuen Freunden zu verabschieden, mit denen man wie in einer Familie knapp 2 Wochen ununterbrochen zusammen war und die man zum Teil wohl nie wieder sehen würde. Umso erfreulicher war ein zufälliges Wiedersehen in Mombasa mit den Österreicherinnen oder der Besuch von Louise aus St. Helena in München.

Nach dem Moot gings zusammen mit Lisa, Chrissy und Sophie (Barrakuda), Harald (Goten) und Carla (VCP) auf Nachtour: Wir schauten uns Nairobi noch an, waren auf Safari, im David Sheldrick Wildlife Trust (die kümmern sich um gefundene Elefanten- und Nashorn-Waisen) und im Giraffe-Center und dann gings mit dem Nachtzug aus Kolonialzeit (sehr bequem und schnell) nach Mombasa.
Shopping, Schwimmen, Chillen, Sightseeing, Besuch eines SOS-Kinderdorfs, Crocodile-Center, Traumstrände genießen, Brille zerstören, mit Matatu und Tuk-Tuk fahren, die Küste rauf bis Malindi, „chillige“ Unterkünfte, Edel-Italiener, fast geheiratet werden, sich verlaufen und eigentlich immer nett empfangen werden war unser Programm.
Nach eineinhalb Wochen gings von Mombasa aus mit dem super Zug nach Nairobi zurück und wir flogen wehen Herzens mit Ethiopian Airlines (nur zu empfehlen) wieder nach Deutschland.
Es war eine unglaubliche Zeit.

Dodo